Vollbremsung nach der fulminanten Rallye! Intel schockt mit Null-Prognose! Ist der KI-Traum schon vorbei?
Es wirkte wie das perfekte Comeback. Mit staatlichen Mrd. und Nvidia im Rücken kannte die Intel-Aktie (INTC) monatelang nur eine Richtung, steil nach oben. Doch nun folgt das böse Erwachen. Trotz starker Quartalszahlen zwingen akute Lieferengpässe den Chip-Riesen in die Knie und sorgen für einen massiven nachbörslichen Kursrutsch von 13 %. Die Euphorie ist verflogen, jetzt regiert die harte Realität der Fertigungslinien.
Ein Riese kämpft um seine Krone - Intels Aufholjagd im KI-Zeitalter
Intel befindet sich in einer entscheidenden Phase, in der es seine Dominanz im PC-Markt gegen AMD verteidigen und gleichzeitig den Anschluss im KI-Boom finden muss. Beflügelt durch staatliche US-Investitionen und einen strategischen Einstieg von Nvidia konnte sich die Aktie im Vorjahr mit +147 % mehr als verdoppeln. Anleger setzten große Hoffnungen auf die neue "Foundry-Strategie" und KI-Produkte, doch nun bremsen operative Realitäten in der Fertigung den rasanten Höhenflug abrupt ab.
Das Zahlenwerk für Q4 - Licht und Schatten in der Bilanz
Das 4. Quartal 2025 übertraf die Erwartungen. Der Umsatz lag mit 13,7 Mrd. USD über den Prognosen, der bereinigte Gewinn pro Aktie fiel mit 15 Cent fast doppelt so hoch aus wie die erwarteten 8 Cent. Schaut man tiefer in die Sparten, offenbart sich die Dynamik:
- Data Center und KI: Dieser Bereich war der Lichtblick des Quartals. Der Umsatz kletterte um 9 % auf 4,74 Mrd. USD, was die hohe Nachfrage nach Serverchips für KI-Anwendungen unterstreicht.
- Client Computing Group: Das Geschäft mit PC- und Laptop-Prozessoren schwächelte hingegen. Der Umsatz fiel um 7 % auf 8,19 Mrd. USD und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten.
- Intel Foundry: Die Auftragsfertigung erzielte einen Umsatz von 4,51 Mrd. USD, verbuchte jedoch weiterhin einen operativen Verlust von 2,5 Mrd. USD, was den hohen Investitionsbedarf in diesem Bereich verdeutlicht.
Für das Gesamtjahr 2025 blieb der Umsatz mit 52,9 Mrd. USD stabil, während der bereinigte Jahresgewinn pro Aktie bei 0,42 USD lag.
Highlights - Fortschritte bei 18A und strategische Allianzen
Technologisch meldete Intel wichtige Erfolge. Der fortschrittliche 18A-Fertigungsprozess hat die Serienreife erreicht und treibt erste Produkte wie die "Core Ultra Series 3" an, ein Meilenstein für die US-Chipfertigung. Strategisch bedeutend war der Abschluss des Aktienverkaufs an Nvidia im Wert von 5 Mrd. USD, der die Bilanz stärkt. Zudem wächst das Geschäft mit anwendungsspezifischen Chips, sog. ASICs, dynamisch und erreichte bereits eine Umsatzrate von 1 Mrd. USD.
Der Dämpfer - Schwacher Ausblick schockt die Anleger
Trotz solider Zahlen stürzte die Aktie nachbörslich um fast 13 % ab. Ursache ist die enttäuschende Prognose für das 1. Quartal 2026. Intel erwartet nur 11,7 bis 12,7 Mrd. USD Umsatz und lediglich ein Nullergebnis beim Gewinn, deutlich unter den Analystenschätzungen. Der Grund sind akute Lieferengpässe und noch nicht optimale Fertigungsausbeuten, die verhindern, dass die Nachfrage bedient werden kann. Hinzu kommen Lagerkorrekturen bei Kunden, was die kurzfristige Euphorie verfliegen ließ.
Eine Atempause auf dem Weg zum Gipfel
Der Bericht wirkt als harter Realitätscheck. Zwar stimmt die langfristige Strategie rund um KI und Auftragsfertigung, doch kurzfristig bremsen operative Hürden das Wachstum. Der massive Kursrutsch korrigiert die Vorschusslorbeeren des letzten Jahres, zeigt aber auch wichtige Ansätze. Intels Weg zurück an die Weltspitze ist kein Sprint, sondern ein Marathon, bei dem die Lösung der Fertigungsprobleme oberste Priorität hat.


Das Schaubild zeigt den Zwiespalt aus Hoffnung durch den Einstieg der US-Regierung und Nvidia und dem desaströsen Ausblick für das 1. Quartal 2026.
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