Xbox im Umbruch: Phil Spencer tritt ab und KI-Managerin übernimmt
Phil Spencer, Executive Vice President und CEO der Gaming-Sparte von Microsoft (NASDAQ: MSFT), wird nach 38 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand gehen. Der 58-Jährige hatte die Entscheidung bereits im Jahr 2025 getroffen und will den Übergang noch einige Monate begleiten. In einer internen Mitteilung würdigte CEO Satya Nadella Spencers prägenden Einfluss auf die Gaming-Strategie des Konzerns. Spencer selbst schrieb an Mitarbeitende, er wolle "das nächste Kapitel seines Lebens” beginnen.
Mit seinem Abgang endet eine Ära, in der Microsoft zunächst zu einem Gaming-Schwergewicht aufstieg, zuletzt jedoch zunehmend Marktanteile verlor. Zur Nachfolgerin wurde Asha Sharma, bisher Präsidentin der CoreAI-Produktsparte, mit sofortiger Wirkung ernannt.
Milliarden-Deals und Strategiewechsel
Spencer war maßgeblich für zwei der größten Übernahmen in der Videospielgeschichte verantwortlich: 2014 kaufte Microsoft den "Minecraft”-Entwickler Mojang für 2,5 Mrd. USD. 2022 folgte die 75 Mrd. USD schwere Übernahme von Activision Blizzard, die 2023 abgeschlossen wurde und Marken wie "Call of Duty”, "World of Warcraft” und "Candy Crush” ins Portfolio brachte. Strategisch verlagerte Spencer den Fokus weg vom reinen Konsolenverkauf hin zu einem plattformübergreifenden Ökosystem mit Cloudanbindung und dem Abodienst Game Pass. Ziel war es, Spiele auf möglichst vielen Geräten verfügbar zu machen und Microsofts Cloudkompetenz einzubinden.
Gegenwind im Wettbewerb und interner Umbau
Trotz dieser ambitionierten Strategie kämpfte die Gaming-Sparte von Microsoft zuletzt mit deutlichen Problemen. Im jüngsten Quartal sank der Umsatz im Gaming-Bereich um 9 %, während die Hardware-Erlöse der Xbox sogar um 32 % einbrachen. Konkurrenz durch Sony mit der PlayStation, Nintendo mit der erfolgreichen Switch sowie günstigere Systemen setzen Microsoft unter Druck. 2025 kam es zu Entlassungen im Gaming-Bereich im Rahmen größerer Konzernkürzungen. Neben Spencer verlässt auch Xbox-Präsidentin Sarah Bond das Unternehmen, während Matt Booty künftig als Chief Content Officer an Asha Sharma berichtet. Der Führungswechsel markiert damit nicht nur einen personellen, sondern auch einen strategischen Wendepunkt für Microsofts Gaming-Zukunft.

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