Xiaomi trotzt Speicherkrise mit Premium-Offensive!

Xiaomi (HKEX: 1810) hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona (2. bis 5. März 2026) seine neuen Flaggschiff-Smartphones Xiaomi 17 und Xiaomi 17 Ultra vorgestellt, wie CNBC berichtet. Mit diesen Top-Modellen greift der chinesische Technologiekonzern gezielt das Premium-Segment an, in dem vor allem Apple und Samsung dominieren. Preislich bleibt Xiaomi trotz schwieriger Marktbedingungen stabil: Das Xiaomi 17 startet bei 999 Euro, das Xiaomi 17 Ultra bei 1.499 Euro - identisch zum Vorgängermodell.

Das ist bemerkenswert, da die Branche aktuell unter massiv steigenden Kosten leidet. Als weltweit drittgrößter Smartphone-Hersteller versucht Xiaomi damit, seine Position im oberen Marktsegment weiter auszubauen und gleichzeitig die Preissensibilität bei Konsumenten nicht zusätzlich zu belasten.

Speicherpreise explodieren: Absatz unter Druck

Hintergrund des angespannten Marktumfelds ist ein beispielloser Anstieg der Speicherchip-Preise. Laut Counterpoint Research sind die Preise im 1. Quartal um 80 bis 90 % gestiegen. Grund dafür ist eine Verlagerung der Produktionskapazitäten hin zu Rechenzentren für KI-Anwendungen, wodurch weniger Speicher für Smartphones verfügbar ist. Da Speicher eine der teuersten Komponenten moderner Geräte darstellt, prognostiziert Gartner für 2026 einen durchschnittlichen Preisanstieg von 13 % bei Smartphones.

IDC erwartet sogar einen Rückgang des weltweiten Absatzes um 12,9 %. Analysten gehen davon aus, dass Hersteller mit starkem Premium-Anteil besser in der Lage sind, die höheren Kosten abzufedern. Genau hier liegt jedoch Xiaomis Schwäche: Der Großteil des Absatzes entfällt auf Geräte im mittleren Preissegment, das besonders empfindlich auf Preiserhöhungen reagiert.

E-Autos als strategisches Standbein

Bereits im November 2025 hatte das Management von Xiaomi angekündigt, dass die Branche 2026 wohl nicht um Preiserhöhungen herumkommen werde. Experten erwarten daher insbesondere bei günstigen und mittelpreisigen Modellen Preisaufschläge. Während Apple und Samsung ihre hohen Margen im Premium-Segment als Puffer nutzen können, fehlt Xiaomi bislang eine vergleichbare Durchdringung.

Gleichzeitig baut das Unternehmen jedoch ein 2. Standbein auf: das Elektroauto-Geschäft in China. Dieses macht inzwischen rund ein Viertel des Gesamtumsatzes aus und wuchs zuletzt um nahezu 200 % im Jahresvergleich. Im Gegensatz dazu gingen die Smartphone-Umsätze im letzten berichteten Quartal um 3 % zurück. Angesichts der Speicherkrise gewinnt die Diversifizierung für Xiaomi daher zunehmend strategische Bedeutung.

Xiaomi (HKEX: 1810) hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona (2. bis 5. März 2026) seine neuen Flaggschiff-Smartphones Xiaomi 17 und Xiaomi 17 Ultra vorgestellt.

Der massive Preisanstieg bei Speicherchips durch den KI-Boom könnte 2026 zu deutlich höheren Smartphone-Preisen und einem zweistelligen Marktrückgang führen.


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