Chartanalyse PayPal: Zwischen Erholungssignalen und dem großen Katalysator für 2026

PayPal (ISIN: US70450Y1038) hat zum Jahresende 2025 ein starkes Quartal vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz stieg im 4. Quartal 2025 auf 8,27 Mrd. USD, leicht über den Prognosen der Wall Street. Auch der Gewinn je Aktie überraschte positiv: Mit 1,19 USD lag PayPal über den Erwartungen der Analysten und zeigte, dass CEO Alex Chriss’ Fokus auf Effizienz und Profitabilität erste Früchte trägt. Trotz der soliden Zahlen bleibt das strukturelle Problem bestehen: Das Wachstum im Kerngeschäft verläuft weiterhin schleppend. Während Braintree und das Händlergeschäft zulegen, stagniert das Volumen im klassischen Checkout‑Segment – ein Bereich, der für PayPal historisch entscheidend war. Analysten sehen deshalb weiterhin Zurückhaltung, obwohl die Bilanzkennzahlen überzeugen.

Für 2026 braucht PayPal einen klaren Katalysator für einen nachhaltigen Turnaround. Entscheidend wird sein, ob die zahlreichen Initiativen der vergangenen zwei Jahre skalieren. Seit 2024 hat PayPal ein neues Checkout‑Erlebnis, eine KI‑gestützte Smart Wallet, personalisierte Rewards, ein modernisiertes Händler‑Dashboard und erweiterte Venmo‑Funktionen eingeführt. Parallel investiert das Unternehmen stark in KI‑basierte Fraud‑Prevention und datengetriebene Händler‑Tools zur Steigerung der Conversion‑Rates. All diese Maßnahmen sollen PayPal vom reinen Zahlungsdienstleister zu einer breiten Commerce‑Plattform entwickeln. Gelingt der globale Rollout und eine Wiederbelebung des Checkout‑Volumens, könnte 2026 tatsächlich zum Wendepunkt werden.

Aus charttechnischer Sicht zeigt die Aktie von PayPal derzeit einen übergeordneten Bodenbildungsversuch, auch wenn der langfristige Abwärtstrend weiterhin intakt ist. In der Spitze hat das Unternehmen mehr als 80% seiner Marktkapitalisierung eingebüßt – ein Ausmaß, das häufig die Grundlage für größere Trendwenden bilden könnt. Langfristig bleibe ich daher konstruktiv, doch ein belastbares bullisches Szenario entsteht erst, wenn die Aktie nachhaltig über die Marke von 70 USD ansteigen kann. Genau dort treffen der übergeordnete Abwärtstrend, der GD20 (monthly) und mehrere horizontale Widerstände zusammen. Die Slow Stochastik befindet sich tief im überverkauften Bereich, was bei einer Stabilisierung zusätzlichen Rückenwind liefern könnte. Der Oszillator generierte allerdings noch kein Kaufsignal. Gelingt der Ausbruch über 70 USD, rücken zunächst Kursziele bei 90 USD und anschließend 116 USD in den Fokus. Solange dieser Ausbruch jedoch nicht gelingt, befindet sich die relevante Unterstützungszone zwischen 56 und 50 USD. Hier baue ich meine Positionen antizyklisch weiter auf. Sollte die Aktie jedoch wider Erwarten deutlich unter 50 USD fallen, wäre ein erneuter Abverkauf wahrscheinlich.

Bevorzugtes Szenario: Long-Einstieg über 70 USD.

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Hinweis zur Aufklärung über Eigenpositionen: Der Autor hält Positionen bei folgenden Aktien, die im Artikel erwähnt wurden: PayPal.


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