Dürr – Schwäbischer Anlagenbauer mit dem Potenzial zur Rückkehr zur alten Stärke.
Der schwäbische Anlagenbauer Dürr [WKN: 556520, ISIN: DE0005565204] ist Focus Money (Ausgabe 11/2026) mit einem Marktanteil von 40 bis 50 % bei Maschinen für Lackier- und Endmontageanlagen für die Autoindustrie der globale Marktführer. Nach mehr als zwei Jahren der Neuausrichtung wird künftig das Geschäft aber durch neue Segmente in Marktnischen wohl die treibende Kraft der Entwicklung.
Anhand der im Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 lasse sich der Aufschwung schon ablesen. Dürr habe die eigene Prognose für das Geschäftsjahr toppen können, insbesondere beim Nachsteuergewinn, der mit rund 200 Mio. Euro deutlich über den in Aussicht gestellten 120 bis 170 Mio. Euro lag.
Auch bei der operativen EBIT-Marge sei der Zielkorridor von 4,5 bis 5,5 % mit 5,6 % übertroffen worden. Rückläufig sei hingegen der Umsatz gewesen. Hier sei ein Minus von 10 % auf 4,2, Mrd. Euro auf das untere Ende der Zielvorgabe zu beobachten gewesen.
Künftige Wachstumstreiber auch abseits des traditionellen Kerngeschäfts mit Lackieranlagen für die Automobilbranche
Ein Wachstumstreiber der Zukunft dürfe bei Dürr die Automobilsparte sein, hier biete der Konzern höchste Standards bei der klimaneutralen Produktion. Mit der neuesten Generation von Lackieranlagen könne der Energieverbrauch um bis zu 2 Drittel gesenkt werden. Wer wisse, dass mehr als 40 % des Energiebedarfs in der Autoproduktion auf Lackierprozesse entfalle, verstehe, wie wichtig diese Entwicklung für Autobauer im globalen Preiskampf um Kosteneinsparungen in der Produktion sei. Dürr dürfe von Erneuerungen in den alten Bestand an Lackieranlagen profitieren, weil 60 % davon älter als 15 bis 20 Jahre sind.
Neue Wachstumschancen wolle Dürr mit der Sparte Automation in der Medizintechnik mit der Produktion von Injektionsprodukten oder Kontaktlinsen wahrnehmen. Mit Auswuchtmaschinen und einer Batterieproduktion sollen neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Nicht zu vergessen sei natürlich auch die umsatzstarke Holzbearbeitungsparte, in der Dürr seit der Übernahme von Homag 2014 Weltmarktführer ist.
Die Konzernleitung habe das Ziel ausgegeben, bis 2023 einen Jahresumsatz von 6 Mrd. Euro zu erzielen. Dafür müsse der Konzern ein jährliches Plus von 5 bis 6 % realisieren. Durch die Neustrukturierung des Produktportfolios solle ein operatives Margenpotenzial von 8 % oder mehr erreicht werden. Zeige sich ab, dass der SDAX-Konzern diese Ziele erreichen könne, dürfe der Aktienkurs anziehen. Focus Money rät mit einem Kursziel von 32 Euro zum Einstieg (62 % Potenzial).

Bildherkunft: Dürr
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