Gerresheimer – Durch Konzernverschlankung zum Turnaround.

Der Düsseldorfer Spezialist für Spezialverpackung für Arzneimittel Gerresheimer [WKN: A0LD6E, ISIN: DE000A0LD6E6] könnte sich laut Börse Online (Ausgabe 34/2026) durch den Verkauf von zwei Geschäftsbereichen aus der existenzbedrohenden Schuldenfalle befreit haben. Abschließend lässt sich das noch nicht beurteilen, weil wichtige Details noch nicht veröffentlicht wurden.

Kurz vor Ablauf einer Frist, die Gläubiger dem hoch verschuldeten Unternehmen gesetzt hatten, habe Gerresheimer an den Finanzinvestor Apax in einer 1,5-Mrd.-Euro-Transaktion die US-Tochter Centor und das Geschäft mit Kunststoffverpackungen (PPP) verkauft.

Schuldenabbau durch Verkauf von Geschäftsbereichen und Fokussierung auf margenstarkes Geschäft

Auch wenn unklar bleibe, wie viele Schulden tatsächlich durch diesen Deal abgebaut werden, sei davon auszugehen, dass sich der finanzielle Spielraum des Konzerns signifikant verbessert haben sollte.

Noch immer steht Gerresheimer vor der Herausforderung, das Verhältnis seiner Nettoschulden zum bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) bis Ende des Fiskaljahres im November auf das 4,75-Fache zu senken. Ende 2025 habe dieser Wert beim 4,95-Fachen gelegen.

Nach dem Verkauf der beiden Sparten fokussiere sich das Geschäft erst einmal auf die größte Sparte Moulded Glass (Flaschen, Tiegel, Flakons) und Medical Systems and Advanced Technologies mit Insulinpumpen, Inhalatoren sowie Behältern und Systemen wie Autoinjektion und Mikropumpen.

Angedacht worden sei allerdings bereits im April 2025 auch der Verkauf von Moulded Glass. Es werde von einem Verkaufserlös zwischen 780 Mio. und 1,2 Mrd. Euro ausgegangen. Dieser Verkauf dürfte den finanziellen Spielraum bei Gerresheimer noch deutlich erhöhen.

Übrig bleibe dann das technologielastige Geschäft, in dem der Konzern z. B. mit Mikropumpen deutlich höhere Margen als mit dem Moulded-Glass-Geschäft erziele. Mit dem Verkauf von Spritzensystemen profitiere man vom wachsenden Markt für Abnehmspritzen. Nicht nur das Geschäft mit den beiden etablierten Anbietern Eli Lilly und Novo-Nordisk dürfe zunehmen. Auch neue Anbieter im Adipositas-Markt dürften die Nachfrage weiter nach oben treiben. Börse Online rät mit einem Kursziel von 46 Euro zur Turnaround-Spekulation (70 % Potenzial).

Qualitätscheck zur Aktie von Gerresheimer zur Einschätzung, ob die Aktie zum Investieren geeignet ist.


Bildherkunft: Bildherkunft: 1177418471 - AdobeStock

Kommentare

Kunden unserer Börsenmagazine können Artikel kommentieren, Rückfragen an die Autoren stellen und mit anderen Börsianern darüber diskutieren!