Neue Top-Favoriten: Bei diesen 3 US-Aktien setzt Goldman Sachs auf Kursanstiege von bis zu 115 %

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ConGoldman Sachs hat die hausinterne Liste mit den US-Topfavoriten aktualisiert. Wir nennen die Namen dieses Trios, die Anlageargumente sowie die Kursziele.

An der Wall Street gleicht die Suche nach den aussichtsreichsten Investments oft der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen – das ist mit ein Grund, weshalb die Empfehlungen der großen Investmenthäuser stets viel Aufmerksamkeit von Seiten der Anleger erhalten.

Goldman Sachs zählt dabei zu den wenigen Investmentbanken, deren Einschätzungen an den Kapitalmärkten nicht nur wahrgenommen, sondern häufig auch umgesetzt werden. Die Bank ist eng in Handelsströme, institutionelle Allokationsentscheidungen und Kapitalmarkttransaktionen eingebunden. Entsprechend groß ist die Reichweite ihres Researchs – insbesondere dort, wo es um große, liquide US-Aktien geht.

Diese Marktmacht prägt auch den Ruf von Goldman Sachs als Investmentbank. Die Analysen gelten weniger als kurzfristige Marktmeinung, sondern als Bestandteil eines umfassenden Kapitalmarktblicks, der Investmentbanking, Trading und Vermögensverwaltung miteinander verbindet. Wenn Goldman Sachs Überzeugung in einzelnen Titeln bündelt, geschieht dies vor dem Hintergrund intensiver Marktkenntnis und direkter Nähe zu institutionellen Investoren.

Besonders die "US Conviction List – Directors’ Cut" von Goldman Sachs gilt unter Anlegern als prestigeträchtiger Kompass. Der Reiz dieser Liste liegt unter anderem in ihrer bewussten Konzentration auf nur 20 bis 25 Werte (aktuell 22 Titel), die über alle Sektoren hinweg das höchste Vertrauen der Analysten genießen.

Dass Goldman Sachs in der aktuellen Ausgabe vom Februar 2026 drei neue Unternehmen in diesen illustren Kreis aufgenommen hat, deutet darauf hin, dass die zuständigen Analysten spezifische Katalysatoren identifiziert haben, die bisher vom breiten Markt möglicherweise unterschätzt werden.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns die aktuelle Publikation etwas näher angesehen und dabei zeigt sich, dass Goldman Sachs drei US-Aktien neu in die Conviction List aufgenommen hat. Nachfolgend verraten wir nicht nur die Namen dieses Trios, sondern zeigen auch, welche Überlegungen hinter diesen Empfehlungen stehen und warum die US-Bank in diesen drei Fällen derzeit besonderes Potenzial sieht, wobei die Kursziele um 33 %, 46 % bzw. 115 % über den derzeitigen Notierungen liegen.

Neuer Conviction List-Mitfavorit Nr. 1: DoorDash (ISIN: US25809K1051 – Kurs am 06.02.26: 182,39 USD - Kursziel: 267,00 USD, Kurspotenzial: 46,4 % 

Für den zuständigen Analysten Eric Sheridan befindet sich DoorDash in einer idealen Position an der Schnittstelle von E-Commerce und lokaler Logistik. DoorDash agiert als führende Online-Lieferplattform, die ursprünglich auf Restaurantessen spezialisiert war, nun aber aggressiv in Bereiche wie Lebensmittel, Einzelhandel und Vor-Ort-Services expandiert, um alles "bis an die Haustür" lieferbar zu machen.

Zyklischer Rückenwind und ein starker US-Konsument: Sheridan zeigt sich besonders optimistisch für das Jahr 2026, da die Ökonomen von Goldman Sachs ein US-Wirtschaftswachstum über dem Marktkonsens erwarten. Da DoorDash vor allem Kunden in mittleren und höheren Einkommensschichten anspricht, dürfte das Unternehmen von stabilen Reallohnzuwächsen profitieren. Der Analyst sieht hier das Potenzial für positive Überraschungen beim Umsatzwachstum, da die Konsumbereitschaft für bequeme Lieferdienstleistungen ungebrochen hoch bleibt.

Strukturelles Wachstum durch Diversifizierung: Auf struktureller Ebene profitiert DoorDash von der Verschmelzung von Werbung und E-Commerce sowie der zunehmenden Lokalisierung des Online-Handels. Das Unternehmen weitet seine Anwendungsfälle konsequent über die reine Essenslieferung hinaus auf den Lebensmitteleinzelhandel und lokale Handelsinitiativen aus. Für das Jahr 2026 prognostiziert Sheridan eine Beschleunigung des Umsatzwachstums auf 30 %, nach erwarteten 28,5 % im Jahr 2025. Besonders hervorgehoben wird dabei das kapitalarme Geschäftsmodell: Während viele Wettbewerber hohe Investitionen tätigen müssen, um Wachstum zu generieren, agiert DoorDash als effiziente "E-Commerce-Maschine".

Starke Finanzkennzahlen und Cashflow-Generierung: Die finanzielle Dynamik von DoorDash beeindruckt den Analysten nachhaltig. Er erwartet für 2026 einen freien Cashflow von über 4 Mrd. USD. Da für Investitionen (Capex) lediglich rund 700 Mio. USD benötigt werden, verbleiben mehr als 3 Mrd. USD, die zur Stärkung der Bilanz oder für Ausschüttungen an die Aktionäre zur Verfügung stehen. Die Nettoliquidität könnte dadurch im Jahresvergleich um etwa 50 % steigen. Sheridan unterscheidet sich vom Marktkonsens vor allem durch seine positivere Einschätzung zum internationalen Wachstum und zum Erfolg der neuen Geschäftsfelder (Local Commerce), die die Kundenbindung und Bestellfrequenz erhöhen sollen.

Als wichtige Katalysatoren nennt die Analyse die Veröffentlichung der Ergebnisse zum vierten Quartal 2025 am 18. Februar 2026. Investoren werden hierbei besonders auf Details zur Integration von Deliveroo, den Fortschritt bei Lebensmittel-Lieferungen sowie die Dauer künftiger Technologie-Investitionen achten.

Zu den zentralen Risiken gehören eine mögliche Konsumschwäche, regulatorische Hürden, der intensive Wettbewerb sowie die Volatilität bei Wachstumstiteln in einem schwankenden makroökonomischen Umfeld.

Door Dash Qualitätscheck

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

Neuer Conviction List-Mitfavorit Nr. 2: Golar LNG (ISIN: BMG9456A1009 – Kurs am 06.02.26: 42,25 USD - Kursziel: 56,00 USD, Kurspotenzial: 32,5 % 

Die Aktien von Golar LNG bieten laut dem zuständigen Analysten John Mackay eine unterschätzte Wachstumsgeschichte mit erheblichen Kurstreibern. Golar LNG ist ein spezialisierter Infrastrukturbetreiber im Bereich des verflüssigten Erdgases (LNG) und fokussiert sich als reiner Player auf schwimmende LNG-Produktionsanlagen (Floating Liquefied Natural Gas, kurz: FLNG). Diese Schiffe ermöglichen es, Erdgas direkt auf dem Meer zu fördern, zu verflüssigen und für den Abtransport vorzubereiten, was den Zugriff auf Offshore-Gasreserven deutlich kosteneffizienter macht als der Bau herkömmlicher Anlagen an Land.

Massiver Ausbau der Kapazitäten und Ertragskraft: Golar verfügt derzeit über eine aktive Anlage, eine zweite, die kurz vor dem Einsatz steht, sowie eine dritte im Bau befindliche Einheit. Alle drei sind durch langfristige Verträge vollständig ausgelastet. Mackay prognostiziert, dass diese Kapazitätserweiterung das vertraglich gesicherte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bis Ende 2028 fast verdreifachen wird.

Während das EBITDA im Jahr 2025 noch bei etwa 260 Mio. USD lag, wird für das Ende des Prognosezeitraums eine jährliche Rate von rund 800 Mio. USD erwartet. Besonders attraktiv ist dabei die Struktur der Verträge: Es handelt sich um "Take-or-Pay"-Vereinbarungen mit Laufzeiten von bis zu 20 Jahren, die Golar auch bei schwankenden Gaspreisen stabile Einnahmen garantieren.

Strategische Vorteile und zusätzliche Aufschläge: Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal in der Analyse von Goldman Sachs ist das Potenzial durch eine vierte Anlage. Eine endgültige Investitionsentscheidung hierzu könnte bereits im dritten Quartal 2026 fallen. Sollte dieses Projekt realisiert werden, sieht der Analyst ein fundamentales Kurspotenzial von etwa 12 USD je Aktie allein durch diesen Zuwachs.

Darüber hinaus profitiert Golar von in die Verträge eingebetteten Preisoptionen. Steigt der globale Gaspreis über ein bestimmtes Niveau, erhält das Unternehmen zusätzliche Zahlungen, was den Cashflow um bis zu 70 Mio. USD pro Jahr je USD Preisanstieg erhöhen kann – ein Werttreiber, den der Markt laut Mackay derzeit kaum honoriert.

Einordnung der Finanzkennzahlen und Bewertung: Im historischen Kontext zeigt sich die Dynamik deutlich: Der Gewinn je Aktie, der 2024 noch bei etwa 0,49 USD lag, soll laut Marktschätzungen bis 2026 auf 0,58 USD steigen, wobei Goldman Sachs durch die Projekthochläufe und Kostenvorteile sogar von noch optimistischeren Szenarien ausgeht.

Das aktuelle KGV wirkt mit Werten über 70 zwar auf den ersten Blick hoch, spiegelt jedoch die massiven Investitionsphasen wider. Mit Blick auf das Jahr 2027 und 2028 relativiert sich diese Kennzahl durch den erwarteten Gewinnsprung deutlich. Die Dividende je Aktie von konstant 1,00 USD unterstreicht zudem die Verlässlichkeit des Geschäftsmodells.

Als zentrale Katalysatoren gelten die mögliche Entscheidung über das vierte Schiff sowie Fortschritte bei den bestehenden Bauprojekten. Zudem hat der Verwaltungsrat angedeutet, strategische Alternativen zu prüfen, sollte der Aktienmarkt die fundamentale Stärke des Unternehmens weiterhin nicht angemessen widerspiegeln.

Zu den Risiken zählen geopolitische Spannungen, Verzögerungen bei der Fertigstellung neuer Schiffe sowie eine mögliche Konzentration auf wenige Vertragspartner.

Golar LNG Qualitätscheck

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

Neuer Conviction-List-Mitfavorit Nr. 3: ServiceNow (ISIN: US81762P1021 – Kurs am 06.02.26: 100,72 USD - Kursziel: 216,00 USD, Kurspotenzial: 114,5 % 

Mit Blick auf ServiceNow konstatiert die verantwortliche Analystin Gabriela Borges eine herausragende Positionierung im Softwaremarkt. ServiceNow bietet eine Cloud-basierte Plattform an, die Arbeitsabläufe (Workflows) innerhalb von Unternehmen digitalisiert und automatisiert. Ursprünglich auf den IT-Bereich fokussiert, hat sich das Unternehmen zu einem zentralen Betriebssystem für moderne Konzerne entwickelt, das verschiedene Abteilungen wie Personalwesen (HCM), Kundenservice (CRM) und Finanzen (ERP) miteinander vernetzt.

Vom IT-Spezialisten zum zentralen Orchestrierer: Borges betont, dass ServiceNow erfolgreich den Sprung von einer rein IT-zentrierten Lösung zu einer horizontalen Plattform vollzogen hat. Das Unternehmen fungiert als eine Art "Orchestrierungsschicht", die über bestehenden Systemen wie denen von SAP oder Salesforce liegt und diese effizienter macht.

Durch diese Expansion in angrenzende Bereiche traut die Analystin dem Konzern ein jährliches organisches Umsatzwachstum von etwa 20 % bis zum Jahr 2029 zu. Ein neuer Wachstumstreiber könnte zudem der Bereich Cybersicherheit werden, da dieser technologisch eng mit den bestehenden KI-Funktionen von ServiceNow verknüpft ist.

Die Sonderrolle im Bereich Künstliche Intelligenz: In der KI-Strategie nimmt ServiceNow laut Goldman Sachs eine Sonderrolle ein. Da die Software bereits tief in die täglichen Arbeitsprozesse der Mitarbeiter eingebettet ist, kann sie als Steuerungseinheit für KI-Anwendungen dienen.

Mit Technologien wie "RaptorDB" schafft das Unternehmen die Grundlage, um KI-Agenten im großen Stil einzusetzen, die produktivitätssteigernde Aufgaben übernehmen – etwa im IT-Helpdesk. Borges erwartet, dass ServiceNow dadurch zunehmend Marktanteile aus den Personalkostenbudgets der Unternehmen gewinnen wird, da Software menschliche Routineaufgaben übernimmt. Nennenswerte Umsatzbeiträge aus diesen KI-Innovationen werden ab dem Jahr 2027 prognostiziert.

Finanzielle Einordnung und Bewertung: Obwohl ServiceNow im vierten Quartal 2025 die Erwartungen übertroffen hat, stand die Aktie zuletzt unter Druck, was unter anderem an Sorgen über das künftige Wachstumstempo lag. Historisch gesehen ist das Unternehmen für seine extrem hohen Verlängerungsraten von rund 97 % bekannt, was eine enorme Planbarkeit der Einnahmen garantiert.

Für das Jahr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von etwa 4,19 USD, was einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Im Sektor-Vergleich wird die Aktie mit einem Aufschlag gehandelt, was Borges jedoch durch die dominante Marktstellung und die KI-Bereitschaft für gerechtfertigt hält. Das Zwölfmonats-Kursziel von 216 USD basiert auf dem 40-fachen der erwarteten bereinigten Gewinne.

Als nächste wichtige Termine gelten die Kundenkonferenz im Mai, bei der neue Produktankündigungen und Feedback zur KI-Monetarisierung erwartet werden.

Zu den Risiken zählen eine mögliche Verlangsamung der Expansion in neue Märkte, eine mangelnde Akzeptanz der KI-Lösungen sowie steigende Kosten, die das Margenwachstum bremsen könnten.

Servicenow Qualitätscheck

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox


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