Wird der Weltraum das neue Trendthema an den Märkten? 2 TOP-Aktien, die davon profitieren

Liebe Leser,

Ark Investments plant einen "Space Exploration ETF" aufzulegen. Wird der Weltraum also das neue Trendthema nach den Zukunftsthemen Wasserstoff und E-Mobility? Genauere Details über die Bestandteile des ETFs wurden noch nicht bekannt gegeben, allerdings heißt es, dass um Unternehmen geht, die sich auf technologisch aktivierte Produkte/Dienstleistungen jenseits der Erdoberfläche konzentrieren. Lag der Space-Market 2018 noch bei einem Volumen von 414,8 Mrd. USD, so schätzt die Bank of America die Größe des kommerziellen Raumfahrtmarktes bis zum Jahr 2030 auf 1,4 Billionen USD.

Als Grund werden dafür steigende Verteidigungsausgaben, Wachstum beim Weltraumtourismus, bei Satelliten sowie bei der Ressourcengewinnung gesehen. CEO und CIO der Investmentgesellschaft Ark Catherine Wood stellt sich gelegentlich gegen den Mainstream und konnte dadurch bereits viel Geld damit gewinnen. Einer ihrer Innovationen ist es, aktiv verwaltete Fonds im ETF-Format anzubieten, womit die Anleger deutlich weniger Gebühren zahlen. Allein mit ihrem Haupt-ETF Ark Innovation konnte sie im Jahr 2020 eine Rendite von 75 Prozent erzielen und das in dem Jahr mit dem Ausbruch der Coronapandemie. Sie ist immer nach der Suche nach Disruptoren und konnte beispielsweise mit ihrer großen Teslabeteiligung große Gewinne für ihre Anleger erzielen. Insgesamt verwaltet Ark inzwischen rund 29 Mrd. USD.

Die Bank of America erwartet in einer aktuellen Studie, dass selbst Verzögerungen durch die Covid-19-Pandemie bei einigen öffentlichen und privaten Firmen die Gesamtinvestitionen in die Weltraumwirtschaft nicht nachhaltig beeinträchtigt haben. Haupttreiber für das Wachstum sind u.a. erhöhte Ausgaben der "United States Space Force (USSF)", die Raumfahrtabteilung der US-Streitkräfte, die dem "Department oft he Air Force" (dt. Luftwaffenamt) zugeordnet wird. Auch führe beispielsweise die Wiederverwendung von einstufigen Trägerraketen zu wichtigen Einsparungen, was das Wachstum der Weltraumtechnologie dadurch weiter fördert.

Da natürlich die Investitionen in die Raumfahrtindustrie gewisse Risiken hinsichtlich der Rentabilität und Profitabilität bergen, möchte ich Ihnen zwei Unternehmen vorstellen, die erstens ein solides Geschäftsmodell haben, zweitens seit langem etabliert sind sowie nur rund ein Viertel ihrer Umsätze im Bereich Weltraum erzielen und damit nicht vollends von diesem Sektor abhängig sind.


Northrop Grumman Corporation (NYSE: NOC)

Beim US-amerikanischen Unternehmen Northrop Grumman Corp. handelt es sich um einen der größten Hersteller von Verteidigungssystemen sowie einer der Hauptlieferanten für die US-Regierung sowie US-Army. Als weltweit agierender Rüstungskonzern bietet man Regierungs- und Geschäftskunden Produkte, Lösungen und technische Dienstleistungen rund um Luft- und Raumfahrt, Elektronik und IT. Zu einer der herausragenden Leistungen im Bereich der Raumfahrt zählt der Konzern die Konstruktion des Apollo Lunar Modul für die NASA.

Grundsätzlich teilt das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in vier Segmente auf sowie eine Position (Intersegment Elimination), die eine Korrekturposition darstellt. Der Space Systems Bereich kommt auf einen Umsatzanteil von rund 24 Prozent. Zusätzlich gibt es noch die Segmente Aeronautics Systems, Defense Systems sowie Mission Systems. Das heutige Unternehmen entstand durch eine Übernahme 1994 der Grumman Aerospace Corp. durch die Northdrop Corp., die zuvor bereits über 60 Jahre Eigengeschichte haben.

 

Quelle: Investorenpräsentation Q3 2020 von Northrop Grumman Corp.

Im Qualitätscheck von TraderFox erhält Northrop Grumman Corp. 13 von 15 möglichen Punkten. Bei der Stabilität des Gewinnwachstums auf Sicht der letzten 5 Jahre sowie bei der Finanzverschuldung gibt es noch Verbesserungsbedarf. Im Bereich der Gesamtkapitalrendite von rund 5,5 Prozent befindet man sich im Mittelfeld der Peer Group. Das Unternehmen kann auf eine Dividendenkontinuität von 35 Jahren zurückgreifen und im Schnitt wuchs die Dividende um ca. 11 Prozent p.a. in den letzten zehn Jahren. Im diesem Jahr wird eine Dividendenrendite von 1,8 Prozent erwartet.

Die durchschnittliche Ausschüttungsquote der letzten 3 Jahre beträgt rund 32 Prozent und ist damit für die weiteren Jahre gut gedeckt. Der aktuelle Börsenwert beträgt rund 50 Mrd. USD. Mit einem KGV22e von 11,4 ist der Konzern moderat bewertet. Regelmäßig verringert man durch Aktienrückkäufe die Anzahl der Aktien und steigert dadurch den Shareholder-Value. Für die nächsten 3 Jahre wird ein Gewinnwachstum von 25 Prozent erwartet.

 

Quelle: Qualitätscheck im AktienTerminal von TraderFox

Airbus SE

Airbus ist nach der Marktkapitalisierung der zweitgrößte Flugzeugbauer, aber auch eine internationale Referenz in der Raumfahrt. Es werden Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber, Militärtransporte, Satelliten und Trägerraketen entwickelt, gefertigt und ausgeliefert. Gegliedert werden die Segmente in Airbus, Helicopters sowie Defence and Space. Den mit Abstand größten Anteil am Umsatz bildet der Bau von Flugzeugen mit rund 66 Prozent. Allerdings kommt auch der Bereich Defence and Space auf einen 23-prozentigen Umsatzanteil.

Bis spätestens 2035 möchte Airbus ein Flugzeug auf den Markt bringen, das mit Wasserstoff angetrieben wird. Beeindruckend ist bei dem Flugzeughersteller Airbus, dass obwohl die Luftfahrtindustrie durch die Coronapandemie so stark getroffen wurde, der Konzern im Gesamtjahr 2020 insgesamt 566 Jets ausliefern konnte. Sein Rivale Boeing aus den USA hat wegen des Start- und Auslieferungsverbots für seinen wichtigsten Flugzeugtyp 737 Max im Jahr 2019 den Spitzenplatz an Airbus verloren.

Ende Dezember lag der Auftragsbestand bei Airbus bei 7184 Flugzeugen, was noch viele Jahre trotz einiger Stornierungen reicht. Beeindruckend ist, wie schnell Airbus seinen Nettomittelabfluss stoppen konnte. Im dritten Quartal konnte man sogar wieder einen positiven Free Cashflow in Höhe von 617 Mio. Euro erzielen. Der aktuelle Cash-Bestand beträgt 1,65 Mrd. Euro.

 

Quelle: Daten/Graphs im AktienTerminal von TraderFox

Die Schuldenquote bei Airbus im Vergleich zum Konkurrenten Boeing ist deutlich geringer. Auch könnte Airbus in Zukunft die höheren Margen als Boeing liefern. Bei der Bewertung ist Airbus ebenfalls attraktiver geworden als sein Widersacher. Hinzu kommt die Fantasie, langfristig auch Hybridflugzeuge bzw. reine Wasserstoff betriebene Flugzeuge zu bauen sowie weiterhin Aufträge für eine neue Weltraummission der ESA an Land zu ziehen.

 

Quelle: TraderFox Visualizations (Peer-Group, Tabelle, Bubble-Charts. usw.)

Liebe Anleger,

ich wünsche Ihnen noch viele erfolgreiche Investments!

Bis zur nächsten spannenden Story,

Michael Seibold

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