Twitter‑Aktionäre stimmen für Übernahme durch Elon Musk, doch wie geht es weiter?

Die Aktionäre von Twitter haben dem 44 Milliarden Dollar schweren Verkauf des Unternehmens an den Milliardär Elon Musk zugestimmt - eine scheinbar ausgemachte Sache, aber nur ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem Verhandlungstermin Mitte Oktober, bei dem entschieden werden soll, ob das Geschäft abgeschlossen werden kann.

Während die Abstimmung noch lief, gab das Unternehmen bekannt, dass es genügend Stimmen hatte, um das Geschäft auf seiner außerordentlichen Aktionärsversammlung am Dienstag zu genehmigen. Final haben die Aktionäre mit überwältigender Mehrheit zugestimmt, nämlich mit 98,6 % der abgegebenen Stimmen. Damit ist die letzte aufschiebende Bedingung für den Abschluss des Geschäfts erfüllt.

"Twitter ist bereit und willens, den Zusammenschluss mit den Partnern von Herrn Musk sofort und in jedem Fall spätestens am 15. September 2022, dem zweiten Werktag nach der Erfüllung aller aufschiebenden Bedingungen, abzuschließen, was der im Zusammenschlussvertrag festgelegte Zeitrahmen ist", so das Unternehmen.

Auch der saudische Prinz al-Waleed bin Talal - der zuvor zugestimmt hatte, seinen Anteil von fast 5 % in das Geschäft einzubringen, um Musk bei der Finanzierung zu helfen - stimmte für die Übernahme, berichtet das WSJ.

Im Oktober soll nun bei einem Prozess in Delaware entschieden werden, ob Musk vom Kauf zurücktreten kann.

Der Justizausschuss des US-Senats befasste sich am Dienstag auch mit den Vorwürfen des Whistleblowers und früheren Twitter-Sicherheitschefs Peiter "Mudge" Zatko. Der Whistleblower von Twitter sagte am Dienstag vor einem Senatsausschuss, dass die Social-Media-Plattform ein Jahrzehnt hinter den Sicherheitsstandards der Branche zurückliegt, was die Gefahr birgt, dass die Nutzer durch Missbrauch zu Schaden kommen könnten.

Peiter "Mudge" Zatko, der seine Whistleblower-Beschwerde im Juli einreichte, betonte: "Ich bin heute hier, weil die Twitter-Führung die Öffentlichkeit, den Gesetzgeber, die Regulierungsbehörden und sogar den eigenen Vorstand in die Irre führt." Zatko wurde im November 2020 in einer wichtigen Sicherheitsfunktion eingestellt. Die Probleme, die Zatko feststellte, konzentrierten sich auf zwei grundlegende Fragen: "Erstens wissen sie nicht, welche Daten sie haben, wo sie gespeichert sind oder woher sie stammen. Es überrascht daher nicht, dass sie sie nicht schützen können. Und das führt zum zweiten Problem, nämlich dass die Mitarbeiter dann zu viel Zugriff auf zu viele Daten und zu viele Systeme haben."

Ob die Aussage von Zatko Musk überhaupt hilft, ist eine offene Frage. Der Richter im US-Bundesstaat Delaware, hat Musk erlaubt, seine Gegenklage zu ändern und einige Informationen aus Zatkos Klage einzubeziehen, allerdings nicht in vollem Umfang. Twitter selbst hat die Anschuldigungen bislang stets energisch zurückgewiesen und Zatko vorgeworfen, seinem früheren Arbeitgeber schaden zu wollen. Zatko bestritt, aus Groll gehandelt zu haben. Twitter hatte seine Entlassung mit mangelnder Leistung begründet.

Die Enthüllung, dass Twitter im Juni mit Zatko einen Vergleich in Höhe von 7 Mio. USD über seine entgangene Entschädigung geschlossen hat, veranlasste Musk, einen zusätzlichen Grund für die Absage seines Geschäfts zu nennen.


Bildherkunft: https://pixabay.com/de/vectors/elon-musk-twittern-eigent%c3%bcmer-7159200/

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