United Internet – Langjähriger Kostentreiber dürfte künftiger Ertragsmotor werden.
Seit Jahren wird die Aktie von United Internet [WKN: 508903, ISIN: DE0005089031] laut Börse Online (Ausgabe 22/2026) dadurch ausgebremst, dass die Marktteilnehmer das Potenzial angesichts der hohen Kosten für den Netzausbau für begrenzt halten. Doch Anleger sollten jetzt den Zeitpunkt nicht verpassen, der in dieser Hinsicht einen Wendepunkt für den MDAX-Konzern markieren sollte.
Die United-Internet-Tochter 1&1 mache große Fortschritte beim Aufbau von Europas erstem vollständig virtualisiertem 5G-Mobilfunknetz. Ende 2025 habe man mit diesem Netz bereits 27 % aller deutschen Haushalte erreicht. Vorgaben der Bundesnetzagentur habe 1&1 damit weit übertroffen und von dem Fachmagazin "Connect" sei gleich ein Rating von "Sehr gut" vergeben worden.
Große Fortschritte beim 5G-Netzausbau drücken künftig die hohen Roaming-Kosten
Viel wichtiger als der technologische Erfolg sei für Investoren jedoch der buchhalterische. Das Segment-EBITDA werde weiterhin einen Kostenpunkt von 265 Mio. Euro pro Jahr für den Netzkostenausbau ausgewiesen. Dieser Posten sei jedoch nicht dauerhaft.
Bei 1&1 sinke mit jedem neuen Antennenstandort der Aufwand für die teuren National Roaming Kosten, die an Vodafone gezahlt werden. Die Rechnung müsse daher lauten: Eigennetz verdrängt Fremdnetz und Fixkosten ersetzen variable Vorleistungen.
Inzwischen sei der Investitionshöhepunkt überschritten, der Cash-Capex dürfe im laufenden Geschäftsjahr von 731 auf 600 bis 650 Mio. Euro absinken. Der Free Cashflow habe bereits im 1. Quartal 2026 erstmals ins Positive gedreht.
Markt preist noch immer die Vergangenheit ein und ignoriert die hohen Margensteigerungen der Zukunft
Es sei festzustellen, dass der Markt im Falle der Geschäftsentwicklung immer noch die Vergangenheit einpreise und eine EBITDA-Steigerung von 200 Mio. Euro und mehr bis 2028 durch den Wegfall der Roaming-Kosten ausblende.
Außerdem könne United Internet noch mit dem Glasfasernetz von 1&1 Versatel punkten, das mit über 68.000 Kilometern eines der größten in Deutschland sei. Durch das eigene Backbone lägen die Betriebskosten unter denen der Konkurrenz.
Weil bei United Internet gerade der Umbruch erfolge, dass der große Kostentreiber der Vergangenheit künftig zum Ertragsmotor werde, rät Börse Online mit einem Kursziel von 40 Euro zum Kauf (52 % Potenzial).

Bildherkunft: 1349989833 - AdobeStock
Kommentare
Kunden unserer Börsenmagazine können Artikel kommentieren, Rückfragen an die Autoren stellen und mit anderen Börsianern darüber diskutieren!