Datenspeicher-Aktien im Aufwind: Drei Profiteure der KI-Infrastrukturwelle 

Liebe Börsianer,

KI-Infrastruktur läuft nicht nur über Prozessoren. Speicher ist das zweite Standbein jedes Rechenzentrums, und genau dieser Speicher ist knapp. NetApp (ISIN: US64110D1046), Samsung Electronics (ISIN: KR7005930003) und Micron Technology (ISIN: US5951121038) stehen dabei in unterschiedlichen Rollen im selben Trend: als Profiteure einer strukturellen Angebotsknappheit, die nach Aussagen der Unternehmen selbst noch mehrere Jahre andauern dürfte. 

Samsung: Rekordumsatz und ausgebuchte HBM4-Kapazität 

Samsung Electronics verzeichnete im 1. Quartal 2026 nach eigenen Angaben den höchsten Quartalsumsatz in der Unternehmensgeschichte. Der Gesamtumsatz erreichte 134 Billionen koreanische Won, ein Anstieg von 43 % gegenüber dem Vorquartal. Das operative Ergebnis stieg auf 57 Billionen Won, was einer operativen Marge von 43 % entspricht, nach 21 % im Vorquartal. Der Treiber war eindeutig das Speichergeschäft: Samsung startete im Februar 2026 als erstes Unternehmen der Welt mit der Massenproduktion von HBM4. Die verfügbare Produktionskapazität ist nach Unternehmensangaben vollständig vorgebucht und ausverkauft. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Samsung eine mehr als dreifache Steigerung der HBM-Umsätze gegenüber dem Vorjahr. Ab dem 3. Quartal soll HBM4 mehr als 50 % der gesamten HBM-Erlöse ausmachen. Im 2. Quartal erwartet das Unternehmen anhaltend steigende Speicherpreise, getrieben durch die fortgesetzte Expansion der KI-Infrastruktur. 

Micron: Nachfrage übersteigt Angebot auf Jahre hinaus 

Micron Technology präsentierte sich Mitte Mai 2026 auf der JPMorgan-Technologiekonferenz mit ungewöhnlich klaren Aussagen zur Marktlage. EVP Manish Bhatia beschrieb die strukturellen Gründe der Angebotsknappheit: Technologiemigrationen bei DRAM liefern je Prozessgeneration weniger Kapazitätszuwachs als in der Vergangenheit. Hinzu kommt der Struktureffekt durch HBM selbst: Für dieselbe Anzahl an Bits werden bei HBM mehr als dreimal so viele Wafer benötigt wie bei Standard-DRAM, und dieses Verhältnis verschlechtert sich mit jeder HBM-Generation weiter. Neue Fertigungskapazitäten erfordern komplette Reinraumlinien statt bloßer Ausrüstungserweiterungen, was den Aufbau deutlich verlangsamt. Das Unternehmen schloss mit einem Großkunden einen ersten strategischen Fünfjahresvertrag (SCA) ab und machte weitere Fortschritte bei ähnlichen Vereinbarungen. Microns Finanzkennzahlen bestätigen die Dynamik: Für das Quartal mit Abschluss im Mai 2026 erwartete das Unternehmen einen Umsatz von 33,5 Mrd. USD bei einer Bruttomarge von 81 % und einem Gewinn je Aktie von rund 19 USD, gegenüber einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,55 USD im Vergleichsquartal des Vorjahres. Hinzu kommt der Anteil im Unternehmens-SSD-Markt: Micron steigerte seinen Marktanteil bei Enterprise-SSDs von rund 5 % im Jahr 2022 auf inzwischen 15 % und ist damit drittgrößter Anbieter weltweit. 

NetApp: 500 KI-Wins in einem Quartal, Rekordjahr abgeschlossen 

Auch NetApp schloss das Geschäftsjahr 2026 mit Rekordwerten ab. Der Quartalsumsatz im 4. Quartal erreichte 1,95 Mrd. USD, ein Anstieg von 12,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,43 USD, 26 % mehr als im Vorjahresquartal. CEO George Kurian nannte DIE entscheidende Zahl für das abgelaufene Quartal: rund 500 gewonnene KI-Projekte allein in drei Monaten, für das Gesamtjahr 2026 kumuliert über 1.100, gegenüber rund 400 für das gesamte Vorjahr. Besonders bemerkenswert: Ein erheblicher Anteil dieser Wins kam aus Accounts, in denen NetApp bislang nicht als Standard-Infrastrukturanbieter verankert war, was auf aktives Marktanteilsgewinn hindeutet. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 7,325 und 7,575 Mrd. USD, was bei einem Mittelpunkt von 7,45 Mrd. USD einem Wachstum von 8 % entspricht, nach 5 % im abgelaufenen Jahr.  

Risiken, die Anleger kennen sollten 

Alle drei Unternehmen weisen auf einen gemeinsamen Belastungsfaktor hin: steigende Komponentenkosten. Bei NetApp drücken höhere NAND- und DRAM-Preise auf die Produktbruttomarge, die im 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres voraussichtlich den Tiefpunkt erreicht. Samsung warnt für das zweite Halbjahr 2026 vor einem schwierigen Umfeld aus geopolitischen Risiken, globalen Zöllen und Nachfragerückgang im Endgerätegeschäft, das die operative Marge belasten könnte. Micron räumt ein, dass die Komplexität der Produktportfolios die Vergleichbarkeit der Kostenentwicklung je Bit erheblich erschwert, und weist darauf hin, dass der Aufbau neuer Kapazitäten mehrere Jahre benötigt. 

Fazit: Als nächster konkreter Messpunkt stehen die Quartalszahlen von Micron für das 3. Quartal des Geschäftsjahres 2026 an, die im Juni 2026 erwartet werden. Sollte Micron dort die für das Maiquartal angekündigte Bruttomarge von 81 % bestätigen oder übertreffen, dürfte das als Bestätigung gelten, dass der Sektor die strukturelle Angebotskrise in Gewinne übersetzen kann. 

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Viele Grüße       

Stephan Bank!    

Chefredakteur des aktien Magazins und MEGATREND Echtgelddepots 

 


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Bildherkunft: ChatGPT