3-Milliarden-Spritze für E-Autos: Startet jetzt die Rallye bei VW & Co.?

Die Bundesregierung startet ein neues Förderprogramm für private Käufer und Leasingnehmer von Neuwagen mit elektrischem Antrieb. Je nach Einkommen und Kinderzahl sind 1.500 bis 6.000 Euro möglich. Entscheidend ist das Datum der Neuzulassung ab 1. Januar 2026; beantragt werden soll voraussichtlich ab Mai 2026 über ein Online-Portal – auch rückwirkend. 

Was genau gefördert wird – und warum das "volumenwirksam" ist

Förderfähig sind Haushalte bis 80.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen, mit Kindern erhöht sich die Grenze um 5.000 Euro je Kind bis maximal 90.000 Euro. Für reine Elektroautos (BEV) gibt es eine Basisförderung, die sich nach Einkommensstufen und Kindern auf bis zu 6.000 Euro erhöhen kann; Plug-in-Hybride und Range-Extender sind unter Bedingungen ebenfalls dabei (u. a. ≤60 g CO₂/km oder ≥80 km elektrische Reichweite). Zusätzlich gilt eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten. 

Für die Börse ist der entscheidende Punkt nicht der Zuschuss an sich, sondern der Hebel: Die Prämie senkt die effektive Einstiegshürde genau im preis- und ratengetriebenen Privatkundensegment – also dort, wo Hersteller über Stückzahlen, Auslastung und Rabatte kämpfen. Das trifft auf einen Markt, der ohnehin wieder Momentum zeigt: 2025 wurden in Deutschland 545.142 BEV neu zugelassen; im Dezember lag der BEV-Anteil bei 22,2%. 

Diese Aktien dürften am meisten profitieren

Am direktesten ist der Hebel bei Volkswagen (VOW3). Der Konzern stellt im Heimatmarkt die "Masse" an BEV-Volumen: In der Jahresbilanz 2025 führten VW-Modelle (ID.7, ID.3, ID.4/5) die Zulassungsstatistiken an – genau die Preislagen, in denen ein staatlicher Zuschuss Kauf- und Leasingentscheidungen am stärksten kippt. 

Ebenfalls gut positioniert ist Stellantis (STLAM). Der Mix aus preissensiblen Marken und der Umstand, dass unter Kriterien auch PHEV/Range-Extender förderfähig sind, kann Stellantis zusätzliche Nachfragekanäle öffnen – insbesondere, wenn Käufer zwischen "voll elektrisch" und Übergangslösung schwanken. Der Konzern deckt mit Opel, Peugeot, Citroën, Fiat (und je nach Modell auch Jeep/DS/Alfa Romeo) genau die Volumen- und Einstiegspreislagen ab, in denen ein staatlicher Zuschuss Kauf- und Leasingraten am stärksten "zieht". 

Unter den "Pick-and-Shovel"-Werten sticht Infineon (IFX) hervor. Mehr BEVs bedeuten mehr Bedarf an Leistungselektronik in Fahrzeug und Ladeinfrastruktur; Infineon liefert Bausteine für Onboard-Charger und positioniert sich in diesem Feld als zentraler Player. Wenn die Prämie Volumen bringt, ist das genau die zweite Welle, die Zulieferer für die E-Architektur monetarisieren. 

Der Haken: Fördertopf ist begrenzt

Das Programmvolumen liegt bei insgesamt drei Milliarden Euro (Schätzung: rund 800.000 Fahrzeuge bis 2029). Das schafft zwar Planungssicherheit, erhöht aber auch das Risiko eines "Run" auf Fördermittel – und zwingt Hersteller, ihre Preispolitik eng zu steuern.

Diese Infografik visualisiert, warum Volkswagen als Marktführer im Volumensegment, Stellantis durch sein günstiges Markenportfolio und Infineon als unverzichtbarer Technologie-Lieferant am stärksten von den neuen staatlichen Förder-Milliarden profitieren dürften.


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