Airbus: Jahresziel 2025 mit Anstieg um 4 % auf 793 Jets erreicht!

Der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus hat die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025 erfüllt und trotz anhaltender Lieferkettenprobleme sein Produktionsziel erreicht. Wie der Konzern am Montag bekannt gab, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 793 Verkehrsflugzeuge an die Kunden übergeben. Dies entspricht einer Steigerung von 4 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Leistung ist insbesondere vor dem Hintergrund massiver Engpässe bei Zulieferern bemerkenswert. Dennoch musste Airbus-CEO Guillaume Faury einen prestigeträchtigen Titel weiterreichen: "Erstmals seit sechs Jahren" müsse man die "Bestellungs-Krone an den Erzrivalen abgeben", räumte der Konzernchef bereits im Dezember ein.

Der A220 lockt immer mehr Kunden an

Die Auslieferungszahlen verdeutlichen die ungebrochene Dominanz der A320-Familie. Der Löwenanteil der Produktion entfiel erneut auf den Kurzstreckenbestseller, von dem allein 607 Einheiten die Werkshallen verließen. Ein signifikantes Wachstum verzeichnete zudem das kleinere Modell A220, das mit 93 ausgelieferten Maschinen den zweiten Platz im internen Ranking belegte und sich zunehmend als feste Säule im Portfolio etabliert.

In der Summe kommt Airbus 2025 auf 889 Neubestellungen

Trotz des verlorenen ersten Platzes im direkten Duell mit Boeing bewertet das Management die Auftragsentwicklung als solide. Die Bilanz sei unter dem Strich "positiv ausgefallen", teilte das Unternehmen mit. Insgesamt sammelte Airbus im Jahr 2025 netto 889 neue Orders ein – ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch zog der US-Konkurrent Boeing vorbei, der bereits in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 netto 908 Aufträge verbuchen konnte.

Im Dezember musste Airbus qualitative Probleme einräumen

Ein Wermutstropfen bleibt die Qualitätskontrolle: Anfang Dezember legte der europäische Flugzeugbauer Probleme mit einem Rumpfteil des Erfolgsmodells A320 offen. Aufgrund von Fehlern an einer Metallkomponente mussten "mehrere Hundert Maschinen" noch einmal technisch überprüft werden. Diese Qualitätsmängel in der Endphase des Jahres verdeutlichen die Fragilität der hochgefahrenen Produktion.

Der A321XLR soll mit seiner riesigen Reichweite neue Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ermöglichen

Technologisch und strategisch stellt Airbus die Weichen indes neu. Im Fokus der jüngsten Entwicklungen steht die operative Integration wichtiger Zulieferer-Werke von Spirit AeroSystems, um die Rumpffertigung für die A350- und A220-Programme abzusichern. Produktseitig treibt der Konzern die Markteinführung des A321XLR voran, der mit seiner enormen Reichweite neue Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf der Langstrecke ermöglicht. Parallel dazu macht die Entwicklung des A350F-Frachters Fortschritte, mit dem Airbus das Monopol von Boeing im Frachtsegment brechen will. Der Erstflug ist fest für die kommenden Jahre eingeplant.

Airbus konnte den Umsatz um 5 % steigern

Blickt man auf die finanzielle Performance, zeigen die aktuellsten verfügbaren Zahlen für die ersten neun Monate ein gemischtes Bild, das von hohen Aufwendungen in der Raumfahrtsparte geprägt ist. Airbus erwirtschaftete in diesem Zeitraum einen Umsatz von 44,5 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 5 % entspricht. Das bereinigte EBIT lag bei 2,8 Mrd. Euro, wobei Belastungen im Space-Segment das Ergebnis drückten. Der Nettogewinn für die ersten drei Quartale belief sich auf 1,8 Mrd. Euro. Diese Zahlen belegen, dass der Konzern trotz steigender Auslieferungen weiterhin stark in den Produktionshochlauf und die Restrukturierung der Verteidigungssparte investieren muss.

Fazit

Airbus beweist operative Resilienz. Das Erreichen des Auslieferungsziels von fast 800 Maschinen ist ein starkes Signal an den Kapitalmarkt. Der Verlust der Auftragskrone an Boeing ist dabei eher psychologischer Natur, da das Orderbuch ohnehin auf Jahre gefüllt ist. Kritisch bleiben jedoch die Qualitätsrisiken, wie die jüngsten Rumpf-Inspektionen zeigen. Die erfolgreiche Stabilisierung der Lieferkette und die Margenverbesserung im Rüstungsbereich werden entscheidend sein, um den Aktienkurs nachhaltig zu treiben.


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