Airbus setzt sich trotz anhaltender Lieferkettenhürden höhere Ziele für seine Flugzeugauslieferungen
Airbus rechnet damit, in diesem Jahr mehr Flugzeuge an Kunden auszuliefern als im Jahr 2024. Das Unternehmen geht davon aus, dass es genügend Flugzeuge produzieren kann, um mit der Nachfrage Schritt zu halten, auch wenn die Produktionsabläufe weiterhin von Lieferkettenproblemen geplagt werden.
Herausforderungen bei der Beschaffung von Komponenten bremsten die Auslieferungen
So prognostiziert der europäische Flugzeughersteller für dieses Jahr rund 820 Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen tätigen zu können, und läge damit deutlich über den 766 Flugzeugen, die man im Jahr 2024 produziert hat. Airbus hatte in den letzten Jahren mit Herausforderungen bei der Beschaffung von Komponenten und Materialien für die Montage und termingerechte Auslieferung von Flugzeugen an Kunden zu kämpfen. Ursprünglich hatte sich der Konzern vorgenommen, im vergangenen Jahr rund 800 Flugzeuge auszuliefern, senkte dieses Ziel im Juni jedoch auf rund 770, da es Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Triebwerken, Flugzeugkomponenten und Kabinenausstattung gab.
Der US-Zulieferer Spirit AeroSystems bremst den Produktionshochlauf
Airbus sagte, Lieferkettenprobleme, insbesondere mit Spirit AeroSystems Holdings, würden die Pläne zur Steigerung der Produktion seiner Schmalrumpfflugzeuge A220 und seiner Großraumflugzeuge A350 unter Druck setzen. Der Flugzeugrumpflieferant, der sich vor etwa zwei Jahrzehnten von Boeing abgespalten hat, stand im Mittelpunkt der Qualitätsprobleme bei den 737 MAX-Jets. Spirit AeroSystems hat den Rumpf des Alaska Airlines-Unglücks gebaut.
Umsatzseitig konnte Airbus im abgelaufenen Jahr überzeugen, doch der Gewinn enttäuschte
Airbus verzeichnete in den drei Monaten bis Ende Dezember einen Umsatz von 24,72 Mrd. Euro (25,77 Mrd. USD), was einem Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn wuchs um 66 % auf 2,42 Mrd. Euro, während das bereinigte EBIT um 16 % auf 2,56 Mrd. Euro stieg. Analysten hatten einen Umsatz von 24,68 Mrd. Euro, einen Nettogewinn von fast 2,10 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBIT von 2,60 Mrd. Euro erwartet. Für das Gesamtjahr steigerte der Hersteller seinen Umsatz um 6 % auf 69 Mrd. Euro. Der bereinigte operative Gewinn ging jedoch um 8 % auf 5,4 Mrd. Euro zurück.
Airbus nimmt sich für 2025 deutlich mehr vor
Für 2025 rechnet Airbus nun mit einem bereinigten EBIT von rund 7 Mrd. Euro. Der Free Cashflow wird auf rund 4,5 Mrd. Euro prognostiziert. Die Prognose berücksichtigt nicht etwaige Auswirkungen der angedrohten Handelszölle, aber schließt der Integration von Spirit mit ein, was darauf hindeutet, dass eine endgültige Einigung über die Übernahme von Airbus-bezogenen Fabriken kurz bevorsteht. Es wird erwartet, dass der in Frankreich ansässige Konzern zwei Spirit-Werke übernimmt, in denen Verbundwerkstoff-Strukturteile für den A350 und den A220 hergestellt werden. Airbus betonte, die Transaktion werde sich auf der Ebene des Betriebsergebnisses "weitgehend neutral" auswirken und den freien Cashflow mit einem "mittleren dreistelligen" Millionenbetrag belasten.
Im Jahr 2026 und 2027 soll sich der Output beschleunigen
Airbus rechnet nach wie vor damit, im Jahr 2026 monatlich 14 A220-Flugzeuge und im Jahr 2027 monatlich 75 A320-Schmalrumpfflugzeuge zu produzieren. Außerdem rechnet das Unternehmen mit der Produktion von etwa 4 A330-Flugzeugen pro Monat, nannte jedoch kein Datum. Für sein größeres Modell strebt das Unternehmen weiterhin 12 A350 pro Monat im Jahr 2028 an. Der Konzern teilte jedoch mit, dass er die Inbetriebnahme der A350-Frachtervariante von 2026 auf die zweite Hälfte des Jahres 2027 verschiebe.
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