Bitcoin: US-Zollpolitik schockt den Kryptomarkt!
Die anhaltende Unsicherheit über die künftige US-Handelspolitik setzt den Bitcoin und den breiten Kryptomarkt zunehmend unter Druck. Einst als digitales Gold gefeiert, präsentiert sich die Krypto-Leitwährung im 1. Quartal 2026 als hochgradig nervöses Risiko-Asset, dem zunehmend die fundamentale Puste ausgeht. Zeitweise rutschte der Bitcoin zum Wochenstart um fast 5 % ab und markierte mit rund 64.300 USD den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zwar konnten sich die Notierungen im weiteren Vormittagsverlauf wieder leicht oberhalb der psychologisch enorm wichtigen Marke von 65.000 USD stabilisieren, doch der übergeordnete Schaden ist unübersehbar. Zur Einordnung: Seit dem fulminanten Rekordhoch von über 126.000 USD im Oktober des vergangenen Jahres, das noch von der überschäumenden Euphorie einer vermeintlich kryptofreundlichen zweiten Amtszeit von Donald Trump getragen wurde, hat sich das Blatt an den Börsen dramatisch gewendet. Laut CoinGecko-Daten haben sich seither unfassbare 2 Bio. USD an kumulierter Marktkapitalisierung in Luft aufgelöst.
Trumps überraschende Ankündigung eines Basiszolls von 15 % schickt heftige Schockwellen durch die digitalen Handelsräume
Der primäre Brandbeschleuniger für den aktuellen Abverkauf findet sich in Washington. Das jüngste Veto des Obersten Gerichtshofs, welches Donald Trump die Nutzung von Notstandsbefugnissen für neue Zölle strikt untersagt, hat die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt. Zwar bemühten sich US-Regierungsvertreter um rasche Schadensbegrenzung hinsichtlich bestehender Abkommen, doch die Reaktion des Präsidenten ließ nicht lange auf sich warten: Die Ankündigung, den globalen Basiszoll von 10 % auf 15 % hochzuschrauben, löste ein erneutes Beben in den Handelsräumen aus. Diese Mischung aus handelspolitischer Instabilität und schwelenden geopolitischen Spannungen trifft spekulative Anlageklassen derzeit mit voller Wucht. Allein in den letzten 24 Stunden verbrannten Krypto-Anleger weitere rund 100 Mrd. USD, wobei auch die Nummer zwei am Markt, Ether, zwischenzeitlich über 5 % an Wert einbüßte.
Marktkenner diagnostizieren eine strukturelle Krise und bangen um die kritische Unterstützung bei 60.000 USD
Experten blicken nun mit wachsender Sorge auf die kommenden Handelstage für das restliche 1. Halbjahr 2026. Caroline Mauron, Mitbegründerin des Krypto-Handelshauses Orbit Markets, kommentiert die bedrohliche Lage so: "Wir beobachten einen äußerst anfälligen Kryptomarkt, bei dem unzählige Akteure ihre letzte Hoffnung auf die massive Unterstützungslinie im Bereich von 60.000 USD setzen." Sie fügt warnend hinzu, dass die nicht abreißenden makroökonomischen Störfeuer – von der unkalkulierbaren US-Zollpolitik bis hin zu den geopolitischen Brandherden im Nahen Osten – "jederzeit einen erneuten, brutalen Test dieser existenziellen Marke provozieren können." Auch der Finanzexperte Michael Maisch findet in seiner aktuellen Analyse überraschend prägnante Worte für das vorherrschende Marktumfeld und diagnostiziert: "Wir sprechen hier nicht mehr nur über eine normale Korrektur, der gesamte Sektor steckt mittlerweile in einer tiefen strukturellen Krise."
Ein Bruch der essenziellen Haltezone droht eine fatale Stop-Loss-Lawine auszulösen
Der Bitcoin hat sich von der euphorischen Trump-Fantasie des vergangenen Jahres komplett entkoppelt und reagiert extrem allergisch auf handfeste protektionistische Schocks. Sollte die Zollpolitik der US-Administration in den kommenden Wochen tatsächliche globale Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen, dürfte die Liquidität aus riskanten Anlageklassen noch rasanter abfließen. Ein konkreter Bruch der 60.000-USD-Marke würde in diesem Umfeld als massives Verkaufssignal wirken und eine unkontrollierbare Kaskade an Stop-Loss-Orders auslösen. Angesichts der bereits erlittenen Rekordverluste dürfte dem Kryptomarkt schlichtweg das notwendige institutionelle Kapital für eine nachhaltige Trendwende fehlen, solange der globale Freihandel durch Zollkriege eingeschränkt wird.
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