Datadog beweist Plattformstärke – KI-Boom und Großkunden treiben das Wachstum an

Mit einem fulminanten Kurssprung reagierte die Aktie von Datadog am Dienstag auf die Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen. Der US-Spezialist für Cloud-Monitoring und Sicherheitsanalysen übertraf die Erwartungen der Wall Street deutlich – und das in einem Umfeld, das im Vorfeld von Skepsis geprägt war. Während Analysten im Konsens mit einem Umsatz von rund 917 Mio. USD und einem bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,55 USD gerechnet hatten, lieferte Datadog mit 953 Mio. USD und 0,59 USD pro Aktie eine handfeste Überraschung ab.

Besonders beeindruckte Investoren das anhaltend hohe Wachstum: Der Umsatz legte im Jahresvergleich um rund 29 % zu und beschleunigte sich damit sogar leicht gegenüber den Vorquartalen. Die Aktie quittierte diese Dynamik mit einem Kurssprung von knapp 15 % und schloss den Handelstag bei rund 130,86 USD ab. Damit sendet das Unternehmen ein klares Signal: Die befürchtete Wachstumsabkühlung im Cloud-Sektor ist zumindest bei Datadog vorerst ausgeblieben.

 

Großkunden treiben Dynamik

Die operative Dynamik wird maßgeblich durch den Erfolg im Bereich der Großkunden getragen. Datadog gelingt es immer effizienter, große Konzerne langfristig an seine Plattform zu binden und die Erlöse pro Kunde zu steigern. Ein wichtiger Meilenstein: Die Zahl der Kunden mit einem jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von über einer Million US-Dollar stieg auf 603.

In einem Marktumfeld, in dem viele Unternehmen ihre IT-Ausgaben kritisch hinterfragen, festigt Datadog seine Rolle als geschäftskritische Infrastruktur. Die hohe Netto-Umsatzbindung verdeutlicht, dass Bestandskunden ihre Nutzung nicht nur beibehalten, sondern stetig ausweiten. Diese Plattformtiefe verleiht dem Unternehmen eine Preismacht, die im aktuellen Wettbewerbsumfeld als strategischer Vorteil gilt.

 

KI-Infrastruktur wird zum Wachstumsmotor

Ein besonderer Fokus der Marktteilnehmer lag auf der Auswirkung Künstlicher Intelligenz. Während zuvor debattiert wurde, ob KI-Automatisierung herkömmliche Monitoring-Lösungen verdrängen könnte, zeigt die Realität derzeit ein anderes Bild. Der Boom rund um generative KI und komplexe Sprachmodelle (LLMs) erhöht die Anforderungen an die IT-Überwachung massiv.

Diese neuen Workloads erzeugen enorme Datenmengen, die ohne hochentwickelte Observability-Tools kaum zu beherrschen sind. Das Management berichtete im Earnings Call von einer regelrechten Explosion bei der Nutzung KI-bezogener Produkte: So verzehnfachte sich die Zahl der Aufrufe spezieller KI-Monitoring-Tools im Vergleich zum Vorquartal. Datadog positioniert sich damit erfolgreich als unverzichtbarer Enabler für die KI-Transformation der Wirtschaft.

 

Analysten heben Ziele – trotz vorsichtigem Ausblick

Die Analystengemeinde reagierte überwiegend positiv auf das Zahlenwerk. Das Bankhaus TD Cowen hob sein Kursziel umgehend auf 215 USD an und lobte die robuste Free-Cashflow-Marge von 31 %. Auch wenn das Management für das Gesamtjahr 2026 eine gewohnt konservative Prognose vorlegte – der Umsatz soll zwischen 4,06 und 4,10 Mrd. USD liegen –, werteten Experten dies eher als taktisches Understatement denn als Schwächesignal.

Zwar mahnen einige Stimmen aufgrund der hohen Bewertung der Aktie (KGV von ca. 50 für 2026) zur Wachsamkeit, doch die Marktstimmung bleibt bullisch. Datadog hat bewiesen, dass es die Komplexität der modernen Cloud- und KI-Welt besser in Wachstum ummünzen kann als die meisten Wettbewerber.

Datadog trotzt der Marktskepsis: Unerwartet starke Quartalszahlen und der Boom bei KI-Monitoring-Tools treiben die Aktie um knapp 15 % nach oben. Die Infografik zeigt die Details im Überblick.


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