KI-Rausch und Milliarden-Rückkauf: ASML pulverisiert alle Erwartungen

Der niederländische Chipausrüster ASML überrascht zum Jahresende 2025 mit einem massiven Auftragsschub und legt die Messlatte für 2026 deutlich höher. Getrieben vom ungebremsten Ausbau der globalen KI-Infrastruktur kündigt der Konzern zudem ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm und eine spürbare Dividendenerhöhung an.

Der KI-Boom füllt die Auftragsbücher

Der Hunger nach Rechenleistung zwingt die Chipindustrie zu immer größeren Investitionen. Das belegt ASML eindrucksvoll: Der Auftragseingang im vierten Quartal 2025 explodierte auf 13,2 Mrd. Euro. Damit pulverisierte der Konzern die Markterwartungen, die laut Reuters bei lediglich 6,32 Mrd. Euro lagen. Als einziger Anbieter der für Highend-Chips unverzichtbaren EUV-Lithografie-Systeme bleibt ASML das Nadelöhr und zugleich der wichtigste Indikator im KI-Wettlauf. Die Botschaft aus Veldhoven ist klar: Die Investitionsbereitschaft von Giganten wie TSMC, Samsung und Intel zieht wieder kräftig an.

Qualität vor Quantität: EUV-Systeme dominieren

Auch operativ überzeugte ASML im Schlussquartal mit 9,7 Mrd. Euro Umsatz und 2,8 Mrd. Euro Nettogewinn. Entscheidend für Anleger ist jedoch die Struktur der neuen Bestellungen: Von den 13,2 Mrd. Euro entfielen 7,4 Mrd. Euro allein auf EUV-Systeme. Dies signalisiert, dass Kunden ihre Kapazitätspläne mittelfristig deutlich nach oben korrigieren, da sie die KI-Nachfrage als robust einschätzen. Der gesamte Auftragsbestand summierte sich zum Jahresende auf 38,8 Mrd. Euro.

Ausblick 2026: Wachstum trifft auf Effizienz

Für 2026 stellt ASML nun einen Umsatz von 34 bis 39 Mrd. Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent in Aussicht. Das Wachstum soll vor allem durch EUV-Verkäufe und das Servicegeschäft getragen werden. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Um den Fokus stärker auf Innovation zu lenken, plant der Konzern eine Verschlankung der Organisation. Laut Medienberichten könnten bis zu 1.700 Stellen, vorwiegend in den Niederlanden und den USA, wegfallen.

Milliardenregen für Aktionäre

Die starke Bilanz kommt den Anlegern direkt zugute. ASML schlägt für 2025 eine Dividende von 7,50 Euro je Aktie vor (+17 % gegenüber Vorjahr). Zusätzlich startet mit sofortiger Wirkung ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 12 Mrd. Euro mit einer Laufzeit bis Ende 2028.

Die Grafik visualisiert die Kernbotschaften des Berichts auf einen Blick: Sie zeigt die massive Lücke zwischen Markterwartung und tatsächlichem Auftragseingang, schlüsselt die Bedeutung der EUV-Technologie auf und fasst die finanziellen Ziele sowie die geplanten Ausschüttungen für Aktionäre zusammen.


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