OpenAI öffnet ChatGPT für Werbung: Wachstum um jeden Preis?
OpenAI plant erstmals, Werbung in ChatGPT zu testen und vollzieht damit einen bemerkenswerten Strategiewechsel. Anzeigen sollen zunächst in der kostenlosen Version sowie im günstigen Abo "ChatGPT Go” erscheinen. Sie werden klar gekennzeichnet am unteren Rand der Antworten eingeblendet, während höherpreisige Abos weiterhin werbefrei bleiben. Für OpenAI ist dies ein Schritt, der noch vor wenigen Jahren als kaum vorstellbar galt: CEO Sam Altman hatte Werbung lange als "letztes Mittel” bezeichnet, da er eine Gefährdung des Nutzervertrauens befürchtete.
Wachstum, Kosten und neuer Erlösdruck
Der Hintergrund für die Kehrtwende ist der enorme finanzielle Druck durch das rasante Wachstum von OpenAI. Das Unternehmen hat sich zu Investitionen in Rechenleistung in dreistelliger Milliardenhöhe verpflichtet, die künftig nicht allein durch Abonnements gedeckt werden sollen. Werbung wird nun als zusätzliche Erlössäule gesehen, um die Expansion zu finanzieren. Gleichzeitig steht OpenAI im intensiven Wettbewerb mit anderen KI-Anbietern, insbesondere nach dem starken Auftritt von Googles Gemini, der intern sogar einen "Code Red” im Dezember 2025 ausgelöst haben soll.
Balanceakt zwischen Monetarisierung und Vertrauen
OpenAI betont, dass Anzeigen keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben werden und dass Nutzerdaten nicht an Werbetreibende verkauft werden. Zudem sollen keine Anzeigen zu sensiblen Themen wie Politik oder psychischer Gesundheit erscheinen. Nutzer können personalisierte Werbung deaktivieren und Minderjährige sollen gar keine Anzeigen sehen. Die Verantwortung für den Aufbau des Werbegeschäfts liegt bei Fidji Simo, die bereits bei Instacart erfolgreich Werbung eingeführt hat. Dennoch bleibt die Herausforderung groß: OpenAI muss beweisen, dass sich Monetarisierung und Glaubwürdigkeit langfristig vereinbaren lassen.

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