Rekord vorbei: Tesla meldet solides Quartal, aber schrumpfenden Jahresumsatz
Tesla hat im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen und damit kurzfristig für Entspannung gesorgt. Umsatz und Gewinn lagen über den Schätzungen, die Aktie reagierte nachbörslich freundlich. Gleichzeitig markiert das Zahlenwerk jedoch einen Wendepunkt: Der Jahresumsatz sank 2025 erstmals in der Unternehmensgeschichte. Die Erlöse gingen um rund 3 % auf 94,8 Mrd. USD zurück und beenden damit eine jahrelange Wachstumsserie, die den Konzern an der Börse geprägt hatte.
Kerngeschäft unter Druck
Die Schwäche liegt klar im Autogeschäft. Im vierten Quartal fielen die Automotive-Umsätze um 11 %, während die Fahrzeugauslieferungen sowohl im Schlussquartal als auch im Gesamtjahr deutlich rückläufig waren. Tesla kämpft zunehmend mit Preisdruck, einer alternden Modellpalette und intensiver Konkurrenz, insbesondere aus China. Hinzu kamen geringere Erlöse aus regulatorischen Emissionsgutschriften, die in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag zur Profitabilität geleistet hatten.
Kostenexplosion frisst Gewinne
Zudem brach der Nettogewinn im Quartal um 61 % ein. Ausschlaggebend waren stark steigende operative Kosten, die um fast 40 % zulegten. Tesla investiert massiv in Forschung und Entwicklung, insbesondere in künstliche Intelligenz und neue Geschäftsfelder. Diese Vorleistungen belasten kurzfristig das Ergebnis und zeigen, dass der Konzern derzeit bewusst Margen opfert, um sich strategisch neu zu positionieren.
Strategischer Umbau und politische Reibung
Zusätzlich kündigte CEO Elon Musk an, die Produktion der Modelle S und X einzustellen. Der Schritt verdeutlicht den Bruch mit älteren Modellgenerationen, macht aber auch sichtbar, wie dringend Tesla neue Impulse im Fahrzeugportfolio benötigt. Belastend wirkte im Jahresverlauf zudem politischer Gegenwind rund um Musk, der in Teilen der Kundschaft zu Zurückhaltung geführt und den Absatz zusätzlich gedämpft hat.
Hoffnung auf Robotaxi, KI und Energie
Während das Autogeschäft schwächelt, rückt Tesla andere Wachstumssäulen in den Vordergrund. Der Konzern treibt autonome Mobilitätslösungen voran, investiert stark in humanoide Roboter und baut seine KI-Infrastruktur aus. Gleichzeitig entwickelte sich das Energiegeschäft robust und wuchs zuletzt zweistellig. Ob diese Bereiche den strukturellen Gegenwind im Kerngeschäft ausgleichen können, bleibt offen. Klar ist jedoch: Tesla steht an einem Punkt, an dem Vision und Investitionsdrang erstmals gegen stagnierende Umsätze ankämpfen müssen.

Bildherkunft: AdobeStock_284003637