„Samsung is back“: Tech-Gigant bläst mit HBM4 zur KI-Aufholjagd
In einer wegweisenden Neujahrsansprache hat Samsung ein deutliches Signal an die Märkte gesendet und den Anspruch auf die technologische Marktführerschaft untermauert. Der südkoreanische Tech-Gigant sieht sich nach einer Phase der relativen Schwäche vor einem fulminanten Comeback im strategisch entscheidenden Markt für KI-Speicher. Besonders die nächste Generation, der High Bandwidth Memory 4 (HBM4), soll dabei zum entscheidenden Wendepunkt werden. Das Management berichtete euphorisch, dass erste Kunden die Wettbewerbsfähigkeit der neuen Module bereits mit dem Satz "Samsung is back" gewürdigt hätten. Die Aktie reagierte zum Jahresstart mit einem Plus von rund 6 %.
Warum bewegt das den Markt?
HBM ist einer der kritischsten Engpässe im KI-Boom (GPU + HBM als Paket). Genau dort liegt Samsungs wunde Stelle der letzten Quartale: SK Hynix gilt als Taktgeber bei HBM-Lieferungen. Reuters nennt Marktanteile von 53% (SK Hynix) vs. 35% (Samsung) – und genau diese Lücke will Samsung mit HBM4 schließen.
Der entscheidende Punkt: Nvidia
Reuters berichtet zudem, Samsung sei in engen Gesprächen zur HBM4-Lieferung an Nvidia. Das ist der Kern der Story: Ein HBM4-"Win” bei Nvidia wäre nicht nur Umsatz, sondern ein Qualitätsstempel und könnte die Wettbewerbsposition im KI-Speicher nachhaltig verbessern.
Zusätzlicher Kurstreiber: Entspannung bei der China-Lizenzfrage
Zum positiven Setup kommt ein zweiter wichtiger Impuls: Die USA haben Samsung und SK Hynix eine jährliche Genehmigung für 2026 erteilt, um US-Chipfertigungs-Tools in ihre China-Werke liefern zu können. Damit wird die bisherige, breitere Ausnahmeregelung praktisch durch ein jährliches Lizenzregime ersetzt und vor allem: Der Markt bekommt mehr Planbarkeit, dass Betrieb, Wartung und Upgrades der China-Fabs nicht abrupt ins Stocken geraten. Das senkt den "Policy-Risk-Abschlag" auf die Aktie, gerade weil China für die Produktion (insbesondere im Memory-Bereich) weiterhin relevant ist.
Was noch im Hintergrund mitschwingt
Samsung warnte zugleich vor Risiken 2026 (Lieferketten, Zölle) und will mit Diversifizierung gegensteuern. Reuters erwähnt außerdem, dass Samsungs Foundry-Geschäft Rückenwind durch große Deals sieht, u. a. einen 16,5 Mrd.-USD-Auftrag mit Tesla.
Das ist nicht HBM – stützt aber die übergeordnete Erzählung: Samsung versucht 2026, im Chipgeschäft wieder offensiver aufzutreten.
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