Divergenz am Silbermarkt: Warum Minenaktien steigen, während der Spotpreis fällt

Der Silbermarkt erlebt Anfang 2026 eine beispiellose Achterbahnfahrt. Während der Spotpreis nach einer euphorischen Rallye in eine harte Korrektur übergegangen ist, stehen die Minenbetreiber im Zentrum eines massiven Short Squeeze. Neue Daten zeigen: Spekulanten geraten zunehmend in Panik, da das Volumen der Wetten gegen die Branche erstmals die historische Milliarden-Grenze sprengt.

Extreme Volatilität prägt das Bild

Die Preisentwicklung des Edelmetalls gleicht einer Achterbahnfahrt. Nach einem schwindelerregenden Anstieg von 150 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate und einem Gewinn von 17 Prozent allein im laufenden Jahr, setzte Ende Januar die Ernüchterung ein. Vom Höchststand am 28. Januar 2026 ist der Silberpreis (XAGUSD) inzwischen um rund 31 Prozent eingebrochen. Bemerkenswert ist jedoch die relative Stärke der Förderunternehmen. Der Global X Silver Miners ETF (SIL), der die Branchenschwergewichte bündelt, notiert auf Jahressicht immer noch 180 Prozent im Plus. Zwar mussten auch die Minenaktien Federn lassen, doch ihr Rückgang von knapp 10 Prozent gegenüber dem Januar-Hoch fällt im Vergleich zum physischen Metall fast schon moderat aus.

Historischer Druck auf Leerverkäufer

Hinter den Kulissen spielt sich ein erbitterter Kampf um die Marktrichtung ab. Laut einer aktuellen Analyse von S3 Partners hat das "Short Interest" – also das Volumen der Wetten auf fallende Kurse – im Silberminen-Sektor ein Rekordniveau erreicht. Mit insgesamt 2,4 Mrd.  USD übersteigt das Volumen erstmals in der Geschichte die Marke von einer Milliarde. Doch die Stimmung kippt: Während Hedgefonds im Jahr 2025 noch aggressiv mit neuen Positionen im Wert von 694 Mio. USD gegen die Branche wetteten, werden sie nun von der Realität eingeholt. Die enormen Kursgewinne der Aktien führten zu massiven Mark-to-Market-Verlusten in den Portfolios der Bären.

Die Flucht aus den Positionen

Diese Buchverluste erzwingen nun ein Umdenken. Um das Risiko zu begrenzen, haben Leerverkäufer im Jahr 2026 bereits Positionen im Wert von 192 Millionen Dollar glattgestellt. Das Research-Team von S3 Partners spricht von einem klassischen "Squeeze": Die Bären reduzieren ihr Engagement, weil die steigenden Bewertungen ihre Wetten zu kostspielig machen. Besonders deutlich wird diese Kapitulation bei Einzelwerten wie First Majestic Silver Corp. und Discovery Silver Corp., wo die stärksten Rückkäufe zu verzeichnen waren. Einzig Silvercorp Metals Inc. widersetzt sich dem Trend; hier bauten Spekulanten ihre Short-Positionen im laufenden Jahr sogar noch weiter aus. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Eindeckungskäufe der Leerverkäufer den Minenaktien genug Kraft verleihen, um sich weiter von der Korrektur des Silberpreises abzukoppeln.

Diese Infografik visualisiert die dramatische Divergenz am Silbermarkt Anfang 2026, bei der ein einbrechender Spotpreis auf resiliente Minenaktien trifft und Leerverkäufer in einen historischen 2,4-Milliarden-Dollar-Squeeze zwingt.

 


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