Tesla erhält wichtige Transportgenehmigung in Kalifornien! Konkurrenz bei kostenlosen Fahrerassistenzsystemen wächst!
Der Elektrofahrzeughersteller Tesla (TSLA) ist der Einführung eines Robotaxi-Dienstes im Bundesstaat Kalifornien einen weiteren Schritt nähergekommen. Am Dienstag, den 18. März 2025, erhielt das Unternehmen rund um CEO Elon Musk von der California Public Utilities Commission CPUC die Genehmigung für den Betrieb eines Fahrdienstes in diesem US-Bundesstaat. Die Aktien des Unternehmens stiegen im vorbörslichen Handel um fast 3 % auf knapp 232 USD, nachdem die Aktie in diesem Jahr bereits fast 50 % verloren hat.
Erster Schritt im langwierigen Regulierungsprozess in Kalifornien erreicht
Tesla hat von der CPUC eine sogenannte Transportation Charter Permit TCP bekommen, welche man im November 2024 beantragt hat. Diese Erlaubnis bestätigt, dass Tesla eine Fahrzeugflotte besitzt, kontrolliert und seine Mitarbeiter als Fahrer einsetzen kann. Die TCP richtet sich generell an Unternehmen, die Stadtrundfahrten, Ausflugsfahrten oder Chauffeurdienste anbieten möchten und deckt keinerlei Tests oder den Einsatz von autonomen Fahrzeugen ab. Trotzdem ist dies der erste Meilenstein in einem langwierigen Regulierungsprozess, dem sich Tesla stellen muss, bevor es seinen geplanten Betrieb mit Robotaxis aufnehmen kann. Uber und Lyft nutzen ihre app-basierten Plattformen, um interessierte Fahrgäste mit Fahrern in deren Privatfahrzeugen zu verbinden. Für den Betrieb einer solchen Dienstleistung besitzen beide Unternehmen eine Transportation Network Company Genehmigung, kurz TNC. Tesla darf mit der jetzigen erteilten TCP-Genehmigung nur den Mitarbeitertransport in seinen firmeneigenen Fahrzeugen nutzen und noch keine öffentlichen Fahrten durch einen autonomen Dienst anbieten. Für den Betrieb eines vollautonomen Robotaxi-Dienstes benötigt der Automobilhersteller Genehmigungen der CPUC und des California Department of Motor Vehicles DMV. Ab Juni wird Tesla seinen ersten autonomen Robotaxi-Dienst in Austin, Texas, starten, der eine unbeaufsichtigte Full Self-Driving-Technologie ohne menschlichen Fahrer nutzt.
Chinesischer Konkurrent Zeekr führt kostenloses Fahrerassistenzsystem ein
Tesla kam in den letzten Monaten immer stärker unter Druck, nachdem die chinesische Konkurrenz in ihren Elektrofahrzeugen kostenlose Fahrerassistenzsysteme anbieten. Nun wird auch der chinesische Elektroautohersteller Zeekr laut CEO Andy An seinen lokalen Kunden die erweiterten Fahrerassistenzfunktionen kostenlos zur Verfügung stellen, da sich der zunehmende Wettbewerb in der Automobilbranche bemerkbar macht. Die Technologie von Zeekr verwendet zwei Nvidia Orin X-Chipsätze und ein Lidarsystem und ermöglicht es dem Auto, nahezu autonom von einem voreingestellten Ziel zum anderen zu fahren, solange der Fahrer die Hände am Lenkrad behält und eine behördliche Genehmigung für die chinesischen Großstädte vorliegt. Die Fahrerassistenz in China hat sich zu einem Verkaufsargument für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie reine Batterie- oder Hybridfahrzeuge entwickelt und Tesla fällt es deutlich schwerer, Käufer für sein 8.850 USD teures Full Self Driving-System in China zu finden. Aktuell lockt man potenzielle Nutzer bis zum 16. April mit einem kostenlosen Zugang und versucht so den gefallenen Absatzzahlen in China entgegenzuwirken.
BYD und XPeng können ihre Absatzzahlen deutlich ausbauen
Immer mehr Top-Player müssen die Kosten für grundlegende Fahrerassistenzfunktionen selbst tragen und entscheiden sich gegen ein Abonnement-Modell. Der Elektroauto-Riese BYD wird über 20 Automodelle mit seinem Assistenzsystem ausstatten, das sich auf Funktionen wie Parken und Autobahnnavigation konzentriert und den Chipsatz von Horizon Robotics zusammen mit Nvidias Orin nutzt. Auch XPeng konnte seine Verkaufszahlen seit November konstant auf über 30.000 Fahrzeuge ausbauen. Der Lidar-Hersteller Hesai profitiert ebenfalls sehr stark von den Bemühungen der Automobilhersteller und konnte seine Lidar-Lieferungen in jedem Jahr verdoppeln. Dieser Umstand veranschaulicht den heißen Kampf, der aktuell in dieser Branche stattfindet.
Tesla-Aktie seit Jahresanfang massiv unter Druck
Seit Jahresanfang ist die Aktie von Tesla von seinem Allzeithoch bei fast 500 USD stark gefallen und markiert eine 9-wöchige Verlustserie. Der Kursrückgang beläuft sich mittlerweile auf über 50 % und die Verkäufe wurden getrieben durch schwächere Umsätze, sinkende Auslieferungsprognosen, dem verschärften Wettbewerb aus dem chinesischen Raum und der Sorge, dass sich CEO Elon Musk mehr seinen politischen Aktivitäten widmet als seinen unternehmerischen Pflichten nachzukommen. Nun kam es bereits zu heftigen Protesten an einigen Tesla Standorten und Elon Musk äußerte sich in der Sendung "Hannity" von Fox News zu den Vorfällen und verteidigte seine Bilanz. Für ihn ist es ein Schock, dass es zu so viel Hass und Gewalt unter der Bevölkerung kommt, obwohl Tesla immer ein friedliches Unternehmen gewesen ist und nie etwas Schlimmes getan hat. Nach dem Interview konnte sich die Aktie im vorbörslichen Handel um ein Paar %-Punkte erholen.
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