Tesla: Quartalszahlen belegen dramatischen Absatzeinbruch!

Mit diesem Ergebnis liegt Tesla weit unter den Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt von 373.000 verkauften Fahrzeugen ausgingen. Anfang Januar hatten sie noch mit 460.000 gerechnet. Mit diesem Quartalsbericht vervollständigt Tesla nun das Bild für das erste Quartal. Schon vor dessen Präsentation hatte das Unternehmen einzelne Zahlen aus verschiedenen Regionen der Welt publik gemacht, die Anlass zur Sorge gaben. So ging die Zahl der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge im Februar um 76 % zurück, für die EU errechnete sich für Januar und Februar zusammen ein Einbruch um beinahe die Hälfte. In China konnte Tesla im März mit 79.000 Fahrzeugen 11 % weniger verkaufen. Im Februar lag die Zahl sogar nur bei 31.000 Einheiten. Selbst in den heimischen USA hatte das Unternehmen im Januar mit einem Rückgang um 11 % zu kämpfen.

Wegen der Einführung des neuen Model Y verlief der Absatz der alten Modelle in den letzten Monaten schleppend

Zur Erklärung der verheerenden Quartalszahlen verwies Tesla lediglich auf einen Produktionsausfall, der auf die Umstellung der Produktionslinien für das Model Y zurückzuführen sei. Doch nun ist die Herstellung der Fahrzeuge wieder hochgefahren. Seit März ist das neue Model Y im Handel. Es soll mit besseren Reifen, einer höheren Reichweite und einer optimierten Aerodynamik Käufer anlocken. Möglicherweise haben sich die Käufer in den Wochen vor der Markteinführung des neuen Model Y zurückgehalten, obwohl die älteren Model Y mit Rabatten angeboten wurden.

Zum ersten Mal könnte BYD weltweit mehr Elektrofahrzeuge als Tesla absetzen

Marktbeobachter vermuten jedoch noch weitere Gründe für die Probleme. So verweist man auf das zu hohe Alter der Produktpalette von Tesla und auf die erfolgreiche Konkurrenz aus China. In diesem Zusammenhang werden vor allem XPeng und BYD genannt. Prognosen gehen davon aus, dass BYD mit einem Anteil von 15,7 % am weltweiten Markt für Elektrofahrzeuge Tesla zum ersten Mal auf den zweiten Platz verweisen wird. Ein weiterer Erklärungsversuch argumentiert mit der Nähe von Tesla-CEO Elon Musk zu US-Präsident Donald Trump. So kam es nach den Wahlen in den USA immer wieder zu Protesten und Vandalismus gegen Einrichtungen, Showrooms und Fahrzeuge von Tesla in Europa und den Vereinigten Staaten. Wie Untersuchungen belegen, war Tesla in den USA bisher besonders in den Bundesstaaten erfolgreich, in denen die Mehrheit für die demokratische Partei stimmt.

Einige Analysten prognostizieren eine Halbierung des Aktienkurses

Eine eindeutige Tendenz in Hinblick auf die zukünftige Beliebtheit der Fahrzeuge von Tesla lässt sich wohl erst nach dem 2. Quartal ablesen. Dann gibt es keine Verzerrungseffekte mehr durch das neue Model Y. Elon Musk hat für 2025 ein Absatzplus in der Größenordnung zwischen 25 und 30 % versprochen. Analysten zeigen sich weitaus skeptischer. Colin Langan von der US-Bank Wells Fargo nimmt gar einen weiteren Kursrückgang der Aktie um gut 50 % auf 130 USD an. Als negatives Omen kann gelten, dass Tesla einige Rabattaktionen verlängert hat, die eigentlich mit Anfang April hätten beendet werden sollen. Ein Beispiel hierfür ist die Option, dass Käufer ihren Tesla für ein Jahr kostenlos an Supercharger-Ladesäulen aufladen können. Einige Analysten zeigen sich optimistischer. Sie begründen die Krise von Tesla mit der Transformation von einem reinen Autohersteller in einen diversifizierten Anbieter von Robotern und KI. Tatsächlich plant Tesla, mit KI zum Marktführer bei Industrierobotern und Robotaxis zu werden. Sollte sich dieses Vorhaben realisieren lassen, wäre ein Rückgang des Absatzes von Tesla-Fahrzeugen vielleicht leichter zu verschmerzen.


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