Tesla zündet nächste KI-Stufe: Musk belebt Dojo3 neu und treibt eigene Chip-Offensive voran

Tesla will die Arbeiten am Dojo3-Projekt wieder aufnehmen. CEO Elon Musk erklärte, dass der Entwurf des neuen AI5-Chips inzwischen weitgehend abgeschlossen sei und damit die Grundlage geschaffen werde, Dojo3 erneut voranzutreiben. Dojo3 ist Teslas interne KI-Rechenplattform, die speziell für das Training und den Betrieb von Modellen für autonomes Fahren entwickelt wird. Das Projekt gilt als zentraler Baustein in Teslas langfristiger KI-Strategie, insbesondere für das autonome Fahren. Musk bezeichnete die geplanten Chips zudem als potenziell volumenstärkste Prozessoren weltweit und warb öffentlich um neue Bewerber für das Projekt.

AI5 kurz vor Abschluss, AI6 noch am Anfang

Nach Angaben von Musk ist das Design des AI5-Chips nahezu fertiggestellt, während sich der Nachfolger AI6 noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Der AI5-Chip soll künftig die aktuell in Tesla-Fahrzeugen eingesetzten AI4-Chips ablösen und eine deutlich höhere Rechenleistung für Trainings- und Inferenzaufgaben liefern. Die Serienfertigung der AI5-Chips ist für 2027 vorgesehen, was Teslas mittelfristige Roadmap für autonomes Fahren klar absteckt.

Unterschiedliche Fertigungspartner für die Chipgenerationen

Für die Produktion der kommenden Chipgenerationen setzt Tesla auf zwei asiatische Schwergewichte. Die AI5-Chips sollen bei Taiwan Semiconductor Manufacturing Company gefertigt werden, während der AI6-Chip im Rahmen eines bereits 2025 angekündigten Vertrags im Volumen von 16,5 Mrd. USD von Samsung Electronics produziert werden soll. Diese Aufteilung unterstreicht Teslas Strategie, sich frühzeitig Produktionskapazitäten bei mehreren Fertigungspartnern zu sichern, um technologische und geopolitische Risiken zu streuen.

Warum Dojo zeitweise gestoppt wurde

Tesla hatte das Dojo-Projekt im vergangenen Jahr überraschend eingestellt. Musk begründete diesen Schritt damit, dass sich die technologische Entwicklung klar in Richtung AI6 bewegt habe und Dojo 2 dadurch zu einer Sackgasse geworden sei. In diesem Zusammenhang sprach er offen von schwierigen Personalentscheidungen, die im Zuge der Neuausrichtung notwendig gewesen seien. Ziel war es, Ressourcen konsequent auf die nächste Chipgeneration zu konzentrieren.

Dojo3 als Brücke zur AI6-Architektur

Mit dem Neustart von Dojo3 erhält das Projekt nun eine neue inhaltliche Ausrichtung. Musk zufolge lebt Dojo3 im Kern als Architekturkonzept weiter, bei dem zahlreiche AI6-System-on-a-Chip-Einheiten auf einem gemeinsamen Board gebündelt werden. Damit rückt Dojo stärker in die Rolle einer skalierbaren Trainingsplattform für Teslas KI-Modelle, die insbesondere für die Weiterentwicklung des vollautonomen Fahrens entscheidend sein soll.


Bildherkunft: AdobeStock_284003637