Brasiliens Flugzeugbauer Embraer landet Milliarden-Deal – droht Airbus und Boeing neue Konkurrenz?
Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer hat mit Flexjet, dem zweitgrößten privaten Fluganbieter der USA, einen bahnbrechenden Vertrag über bis zu 7 Mrd. USD abgeschlossen. Die Vereinbarung umfasst 182 feste Bestellungen für Geschäftsreiseflugzeuge der Phenom- und Praetor-Serien sowie Optionen für 30 weitere Maschinen. Es ist der größte Auftrag in der Geschichte beider Unternehmen und ein starkes Signal für Embraers Wettbewerbsfähigkeit im Geschäftsflugzeugmarkt. Die Phenom- und Praetor-Modelle punkten mit Effizienz, modernster Technologie und hoher Reichweite, was sie besonders attraktiv für den wachsenden Privatflugsektor macht.
Aufgrund der starken Marktstellung im Regional- und Geschäftsflugzeugsegment verfolgt Embraer ehrgeizige Expansionspläne. CEO Francisco Gomes Neto hat angedeutet, dass das Unternehmen langfristig in direkte Konkurrenz zu Airbus und Boeing treten könnte. Während die beiden Branchenriesen den Markt für größere Verkehrsflugzeuge dominieren, evaluiert Embraer Strategien, um in dieses lukrative Segment vorzudringen und das bestehende Duopol herauszufordern.
Derzeit konkurriert Embraer mit seinen E-Jet-Modellen, insbesondere der E2-Familie, mit kleineren Verkehrsflugzeugen wie dem Airbus A220. Die E-Jets, die zwischen 80 und 146 Passagiere befördern können, gelten als wirtschaftlich attraktive Alternative für Airlines, die ihre Flotten mit effizienten, mittelgroßen Jets modernisieren wollen.
Laut JPMorgan-Analysten dürfte der Flexjet-Auftrag den Gesamtauftragsbestand von Embraer um 26 % auf etwa 28,7 Mrd. USD erhöhen. Die Auslieferungen sollen über fünf Jahre erfolgen, da Flexjet plant, seine Flotte in diesem Zeitraum zu verdoppeln.
Die Börse reagierte positiv auf den Megadeal: Die ADRs von Embraer stiegen um gut 15 % und erreichten damit den höchsten Stand seit Februar 2008. Seit Jahresbeginn hat sich die Aktie bereits um fast 25 % verteuert. Embraer stärkt mit diesem Großauftrag nicht nur seine Marktstellung im Geschäftsflugzeugsektor, sondern könnte sich langfristig als ernstzunehmender Wettbewerber von Airbus und Boeing positionieren.
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