Autoaktien: Das sind die acht potenziellen Gewinner der Mobilitätswende

Die Autobranche befindet sich in einem massiven Umbruch. Dafür sorgt die so genannte Mobilitätswende. Tiefgreifende Umwälzungen wie diese ziehen auch an der Börse stets Gewinner und Verlierer nach sich. Vor diesem Hintergrund diskutieren Anleger derzeit intensiv die Frage, welche Branchenvertreter die richtige nachhaltige Antriebs-Strategie verfolgen. Auch die DZ Bank hat sich mit diesem Thema beschäftigt und benennt in einer aktuellen Studie acht Favoritenaktien. TraderFox berichtet.

Die Art und Weise, wie sich Menschen und Güter von A nach B bewegen, ändert sich grundlegend. Neue Technologien wie Autonomes Fahren und Elektrifizierung sowie langfristige Trends wie Urbanisierung oder das veränderte Verhalten von Verbrauchern, machen Mobilität laut PwC Deutschland zu einem globalen Fokusthema.

Dabei brechen klassische Marktgrenzen auf. Automobilbranche, Energiewirtschaft, Öffentlicher Sektor, Transport und Logistik – sie alle müssen sich nach Einschätzung der zitierten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft mit den Trends sowie neuen Geschäftsmodellen und Mobilitätskonzepten auseinandersetzen.

Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge bei rund 13,4 %

Als Verkehrswende, auch Mobilitätswende, wird dabei laut Definition der Enzyklopädie Wikipedia der gesellschaftliche, technologische und politische Prozess bezeichnet, Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger, sanfte Mobilitätsnutzung und eine Vernetzung verschiedener Formen des Individualverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs umzustellen.

Zur besseren Einordung dazu, um was es geht, zunächst einige Daten rund um das Segment der Elektrofahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2022 lag nach Berechnungen des auf E-Auto-Statistiken spezialisierten Datenportals "EV Volumes" der Marktanteil von elektrifizierten Fahrzeugen (EV) – batterieelektrische (BEV) sowie Plug-in Hybride (PHEV) – bei rund 13,4%.

Von den rund 4,3 Mio. im ersten Halbjahr zugelassenen vollelektrischen Neuwagen entfallen mit rund 4,1 Millionen der Großteil auf die 3 Absatzregionen China (2,45 Mio. Fahrzeuge / Anteil 23,7 %), Europa (1,16 Mio. Fahrzeuge / Anteil: 24,2 %) und Nordamerika (0,48 Mio. Fahrzeuge / Anteil: 7,1 %). Für das Gesamtjahr 2022 wird ein Absatz von rund 10,6 Mio. elektrifizierten Fahrzeugen erwartet. Der Marktanteil dürfte somit auch im Gesamtjahr 2022 bei rund 13,4 % liegen.

Die Frage nach der richtigen nachhaltigen Antriebs-Strategie ist sehr komplex

Das Mobilitätsthema als Ganzes ist getrost als ein langfristiger Megatrend einzustufen. Folglich ist es kein Wunder, dass sich auch die Marktteilnehmer an den Börsen intensiv mit dieser Thematik beschäftigen. Die DZ Bank beispielsweise hat dazu gerade eine 63-seitige Studie mit dem Titel "Mobilitätswende gewinnt an Dynamik – Wer verfolgt wo & wie eine Gewinner-Strategie?" veröffentlicht.

Das Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe widmet sich darin der Frage, welche Automobilhersteller im Zuge der dynamischen Entwicklungen der Mobilitätswende eine Gewinner-Strategie verfolgen. Zudem wird in der Publikation herausgearbeitet, wie der aktuelle Stand der wesentlichen Rahmenfaktoren ist und welche daraus abgeleiteten Infrastrukturanbieter und Zulieferer ebenso zu den Gewinnern zählen könnten.

Die Autoren räumen in der Publikation ein, dass es auf die hochgradig komplexe Frage, ob es "DIE" richtige nachhaltige Antriebs-Strategie für die Autohersteller gibt, derzeit trotz tiefergehender Analyse noch keine abschließende Antwort gibt. Aus heutiger Sicht sehen die Analysten jedoch leichte Vorteile bei dem von BMW verfolgten technologieoffenen Ansatz (Wahlmöglichkeit des Kunden bzgl. Verbrenner- oder E-Antrieb).

Der Volkswagen-Konzern dürfte demnach von seinem Größenvorteil über Skaleneffekte profitieren, wenn sich das Thema E-Mobilität und hierbei vor allem die batterieelektrischen Modelle stärker am Markt durchsetzen. Die Mercedes-Benz Group sieht man ähnlich positioniert, wenn auch mit geringerem Größenvorteil. Tesla geht mit ausschließlich batterieelektrischen Fahrzeugen stark ins Risiko für Pioniergewinne, ebenso BYD (seit 2022 nur noch elektrifizierte Autos). Die DZ Bank stuft diese beiden Unternehmen als regional strategisch richtig positioniert ein.

Hohe Energiekosten belasten bislang nicht die Nachfrage

Ebenfalls nachgegangen ist die DZ Bank der Frage, ob gestiegene Energiepreise die OEM-Strategien oder die Mobilitätswende allgemein belasten? Dem Urteil zufolge sind die globalen Märkte derzeit stark von unterschiedlichen Rahmenbedingungen – staatliche Förderung, Ladeinfrastruktur sowie Energiepreise – geprägt, wobei aktuell Europa das ambitionierteste Verbrenner-Ausstiegsziel verfolgt.

Eine Analyse der DZ Bank der bislang vorliegenden Absatz- bzw. Zulassungszahlen des letzten Jahres zeigt, dass steigende Energiepreise anscheinend bislang nicht signifikant die Nachfrage dämpfen. Dies führen die Analysten neben den langen Lieferzeiten auch auf Änderungen von staatlichen Fördermaßnahmen zurück.

Für eine stärkere Akzeptanz der E-Mobilität erinnert die DZ Bank in ihrer Studie auch darauf, dass ein flächendeckenderer (globaler) Ausbau privater und öffentlicher Ladeinfrastruktur erforderlich ist, wobei die länderspezifische Ausgangslage sehr unterschiedlich ist. Mit Blick auf das EU-Verbrenner-Ausstiegsziel geht man jedoch davon aus, dass sowohl Politik als auch Industrie den Aufbau der Ladeinfrastruktur (Ladesäulen & H2 Tankstellen) beschleunigen und fördern muss & wird.

Vier Autoproduzenten und vier Automobil-/Infrastruktur-Zulieferer als Gewinner

Auf der Sucht  nach den potenziellen Gewinnern der Mobilitätswende hat die DZ Bank insgesamt 20 Unternehmen identifiziert. Besonders herausgestellt werden in der unten abgebildeten Gewinner-Liste aber nur acht Gesellschaften

Herstellerseitig bevorzugen die Analysten Unternehmen, die entweder über ein breites Antriebs-Angebot verfügen (BMW) oder sich zumindest auf eine Antriebs-Technologie fokussieren & hierbei bereits führende regionale Marktpositionen innehaben (teils VW, Tesla, BYD).

Laut DZ Bank stechen auch Autozulieferer mit ebenfalls breit gefächertem Angebot (Vitesco) hervor, deren Antriebslösungen unabhängig von der Energiequelle nutzbar sind und im Idealfall Teile des Produktportfolios sogar den Infrastrukturaufbau unterstützen (Schaeffler). Des Weiteren sollten führende Anbieter für Elektrifizierung (ABB) und Wasserstofftechnik (Air Liquide) zu den Gewinnern zählen.

Übersichtsliste zu den laut DZ Bank acht potenziellen Gewinnern der Mobilitätswende

Quelle: DZ Bank

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

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Bildherkunft: AdobeStock_439270291

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